FeedMühlhausen (in Thüringen)
ErdkundeBrockhaus 1882

Mühlhausen (in Thüringen), Kreisstadt im Regierungsbezirk Erfurt der preuß. Provinz Sachsen, an der Unstrut, Station der Linie Gotha-Leinefeld der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz einer Reichsbanknebenstelle, eines Landratsamts und eines Amtsgerichts, hat neun Kirchen, darunter die schöne got. Marienkirche mit fünf Schiffen, ein schönes Kriegerdenkmal, ein Gymnasium, ein Realprogymnasium, eine höhere Töchterschule, eine Handelsschule, und zählt (1884) 23478 meist prot. C., welche sich mit der Fabrikation von Cigarren, halbwollenen und baumwollenen Waren, insbesondere von Strumpfwaren und Phantasieartikeln, Leder (Saffian) und Leim, mit Wollspinnerei und Weberei, Färberei, Mälzerei und Bierbrauerei beschäftigen. Die Wollmärkte sind nicht unbedeutend, ebenso der Handel mit Getreide und Holz. In der Umgebung wird Mais und Anis gebaut. — M. wird schon sehr früh genannt, war Freie Reichsaäch und gehörte mit ihrem Gebiete zum Niederächsischen Kreis. Im Bauernkriege war sie 1525 das Hauptquartier Thomas Münzers. Durch den Reichsdeputationshauptschluß wurde sie 1803 Preußen zuerteilt, kam durch den Tilsiter Frieden (1807) zum Königreich Westfalen, 1813 wieder zu Preußen. Vgl. Herquet und Dr. jur. Schweineberg, Urkundenbuch der ehemals Freien Reichsstadt M.y (Halle 1874). (1880) 56 523 E. Der Kreis Mühlhausen zählt auf 460 akm

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 910Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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