Münden, Stadt im preuß. Landdrosteibezirk Hildesheim, Kreis Göttingen, zum Unterschied von Minden (s. d.) in Westfalen (Preußisch-Minden) auch Hannoverisch-Münden genannt, liegt an dem Zusammenfluß der Fulda und Werra, über welche letztere zum Dorfe Blume eine steinerne Brücke führt, an den Linien Hannover-Kassel und Halle-M. der Preußischen Staatseisenbahnen, in einer reizenden, von waldigen Bergen umgebenen Thalsenkung zwischen Ausläufern des Hagenbergs, des Kaufunger⸗ und Reinhardswaldes, ist Sitz eines Amts, eines Amtsgerichts, eines Hauptsteueramts und einer Forstakademie und zählt (1880) 6354 meist prot. C. Die altertümliche Stadt besitzt zwei lutherische (die alte Hauptkirche St. Blasii mit einem Grabmal des Herzogs Erich II. von Braunschweig und die kleinere St. Agidii) und eine reform. Kirche, eine röm-kath. Kapelle und eine Synagoge. Es bestehen Bierbrauereien, Fabriken für Kandis, Hüte, Porzellanöfen, chem. Produkte, Cigarren, Tabak, Blei, Holzwaren, Buntpapier, Spielkarten u. s. w. Die Stadt wurde im Dreißigjährigen Kriege 1626 von Tilly belagert und mit Sturm genommen. In der Nähe befinden sich Mühlsteinbrüche und Braunkohlenwerke.