Münster-Ledenburg (Ernst Friedr. Herbert, Reichsgraf zu), hannov. Staatsmann, geb. zu Osnabrück 1. März 1766, studierte in Göttingen, trat 1788 in den hannov. Civilstaatsdienst und wurde 1791 Hof-⸗ und Kanzleirat. Im J. 1793 begleitete er den nachmaligen Herzog von Susser auf Reisen und hielt sich bis 1798 in Italien auf. Sodann trat er wieder in die hannov. Finanzkammer ein. Von 1801 bis 1804 war er als außerordentlicher Gesandter am russ. Hofe und hierauf vortragender Minister am Hofe zu London. Im Aug. 1814 wurde er zum Erblandmarschall in Hannover ernannt, und 1815 spielte er auf dem Wiener Kongreß eine hervorragende Rolle. Gleichzeitig erhielt er die Spezialvollmacht zur Führung der Vormundschaft des Herzogs Karl von Braunschweig. Als dieser, nachdem er die Regierung selbst übernommen, 1827 gegen die vormundschaftliche Verwaltung mit öffentlichen Anklagen auftrat, rechtfertigte M. sich und den König von England in der „Widerlegung der ehrenrührigen Beschuldigungen u. s. w.» (Hannov. 1827). Bei den Bewegungen in Hannover Anfang 1831 sah sich M. wegen seiner nach und nach reaktionär gewordenen Verwaltung harten Angriffen ausgesetzt und erhielt 12. Febr. 1831 seine Entlassung als Minister für die hannov. Angelegenheiten am londoner Hofe. Er starb 20. Mai 1839.