FeedMurexid
NaturlehreBrockhaus 1882

Murexid, eine 1839 von J. von Liebig und Wöhler entdeckte prachtvoll rote Substanz, welche bei Einwirkung der Salpetersäure auf die (aus Schlangenexkrementen oder Taubenmist abgeschiedene) Harnsäure entsteht oder auch beim Behandeln von Alloxantin mit Ammoniakgas sich bildet, ist das Ammoniaksalz einer eigentümlichen organischen Säure, der Purpursäure. Durch Albert Schlumberger wurde 1857 das M. in die Färberei eingeführt und zur Erzeugung prachtvoller roter Farben auf Wolle, Baumwolle und Seide verwendet, in denen man den Purpur der Alten wiedergefunden zu haben glaubte. Ein einziger Fabrikant in Manchester produzierte wöchentlich gegen 600 EKg M. So glänzend die Laufbahn des M. war, so kurz war sie auch. Es konnte die Konkurrenz mit den Teerfarben nicht aushalten und seit 1860 hat seine Anwendung aufgehört. Jetzt benutzt man M. nur noch als Erkennungsmittel der Harnsäure in der physiol. und pathol. Chemie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 951Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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