Ruth, die 9 5 Ferula. uth, die Heldin eines anmutigen Idylls im Alten Testament, das im hebr. Lanon ene Art Anhang zum Buche der Richter gebildet zu haben scheint, in der griech. Bibel aber eine besondere Stelle erhielt. R. ist eine Moabitin, welche nach dem Tode ihres Mannes, eines Hebräers aus Juda, die Heimat verließ und ihrer Schwiegermutter Noomi nach deren Geburtsort Bethlehem folgte, wo ein Verwandter ihres verstorbenen Gatten, Boas, sie heiratete. Durch diese Ehe, der ein Sohn Obed, der Großvater des Königs David, entsprang, wurde sie die Stammmutter des judäischen Königshauses. In dieser letztern Nachricht liegt der Schlüssel zu dem eigentlichen Zwecke des Idylls, welcher kein anderer ist, als durch den Hinweis auf die Abkunft des gefeiertsten unter allen isrgel. Königen die judäisch-davidische Erbmonarchie den Palastrevolutionen des abgefallenen Zehnstämmereichs gegenüber zu empfehlen. Die Abfassungszeit fällt wohl um 900 v. Chr., schwerlich ins Babylonische Exil, oder gar erst in die Zeiten des Esra und Nehemia. Kommentare zu R. lieferten Keil (2. Aufl., Lpz. 1874) und Bertheau (2. Aufl., Lpz. 1883).