Esau, d. i. nach 1 Mos. 25, 25 der Behaarte, auch Edom, d. i. der Rote, genannt, nach 1 Mos. 25, 30 wegen seines Wunsches, von dem roten Gericht zu essen, war nach der hebr. Überlieferung der Stammvater der Edomiter, welche sich im Süden von Kanaan in der waldigen, also abehaarteno Gebirgsgegend Seir festsetzten. Der Bericht über ihn im ersten Buch Mosis überträgt spätere geschichtliche Verhältnisse auf die Schicksale des Stammvaters und ist offenbar mit Beziehung auf den spätern Nationalhaß der Hebräer gegen die von E. abstammenden Edomiter oder Idumäer (s. d.) abgefaßt. Die israel. Sage muß ihn als den ältern Sohn Isaaks, d. h. die Edomiter als einen vor den Israeliten in Kanaan eingewanderten hebr. Stamm anerkennen, sucht jedoch dieses Zugeständnis dadurch unschädlich zu machen, daß sie Jakob als seinen Zwillingsbruder bezeichnet, der schon im Mutterleibe mit ihm gestritten und ihn bei der Geburt an der Ferse gehalten habe. Sodann wird erzählt, wie er durch Jakobs List um das Recht der Erstgeburt und um den väterlichen Segen gebracht worden sei, damit er keinen Vorzug vor dem Stammvater der Israeliten hätte. Auch die Ehen, die er später mit heidnischen Weibern aus Kangan schloß, werden in der bestimmten Absicht erwähnt, um ihn gegen seinen Bruder Jakob, der die Reinheit des Blutes bewahrt habe, in Nachteil zu setzen.