FeedRutil
NaturlehreBrockhaus 1882

Rutil, ein im tetragonalen System krystallisiertes, mit Zinnstein und Zirkon isomorphes, vielfach in knieförmigen Zwillingen nach der Deuteropyramide ausgebildetes Mineral von bräunlicher und rötlicher Farbe, metallartigem Diamantglanz und dem spezifischen Gewicht 4,—4,3. Es ist chemisch Titansäure Ti0, wie der anders gestaltete Anatas und Brookit, vor dem Lötrohr unschmelzbar, von Säuren unangreifbar. Besonders kommt er mit Quarz vergesellschaftet vor, aufgewachsen auf Klüften und eingewachsen in der Masse von krystallinischen Gebirgsarten, namentlich im Chlorit⸗, Glimmer- und Hornblendeschiefer, auch im Gneis, Granit, Cklogit u. s. w. Die größten bis pfundschweren Krystalle finden sich am Graves-Mount in Georgia. Mikroskopische Nädelchen von R. liegen zahlreich in den gewöhnlichen Thon⸗ und Dachschiefern der ältern Formationen. Eine Umwandlung erleiden die Krystalle und Körner des R. in ein gelblich-Inder: feines Aggregat von Titanit. Das Mineral ndet nur eine beschränkte Anwendung zur Darstellung einer kupns Farbe für Porzellanmalerei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 38Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6