FeedTitanit
NaturlehreBrockhaus 1882

Titanit, ein weitverbreitetes, dem monoklinen System Rrallormen Mineral von sehr mannigfaltigen Krystallformen, welche meist einen horizontal- oder geneigt⸗ oder vertikal-säulenförmigen Habitus besitzen, und oft nach der Basis verzwillingt sind, wobei auch Durchkreuzungszwillinge entstehen. Die einen zuweilen diamantartigen, auch wohl ifettartigen Glasglanz tragenden Krystalle, von der Härte 5 bis 5,5 und dem ind Scnt Gewicht 3,4 bis 3,6, sind bald auf Klüften und Spalten uetditar und und in diesem Falle von höherer Pelluzidität und gewöhnlich gelblichgrüner Farbe (die Sphen genannte Varietät); bald als accessorische Gemengteile von Gesteinen in diesen eingewachsen und sodann undurchsichtig und von vorwiegend braunen Tönen (sog. eigentlicher T.) Die chemischen Analysen führen auf die Formel CaSiTiO, oder vierfach kieselsauren und titansauren Kalk, CaSi, O, +CaTi, O, mit 30,27 Proz. Kieselsäure, 41,51 Titansäure, 28,22 Kalk, von welchem letztern in den braun gefärbten Varietäten einige Prozent durch Eisenoxydul vertreten sind. Das Mineral wird durch Salzsäure nur unvollständig, durch Schwefelsäure vollkommen zersetzt, welche die Titansäure löst, während sich Gips bildet. Aufgewachsene Krystalle finden sich schön am St. Gotthard und andern Punkten in der Schweiz, im Obersulzbach⸗ —* im Pinzgau, im tiroler Pfunders⸗ und Pfitschthal; häufig, doch nur in kleinen Krystallen eingewachsen, erscheint der T. in Syeniten, Phonolithen, auch Dioriten, überhaupt besonders gern in hornblendehaltigen, selten in augitführenden Gesteinen. Bei Eganville in der canadischen Grafschaft Renfrew kommen ½ von 20 bis 80 Pfund Gewicht vor. T. bildet sich auch sekundär durch Umwandlung des Rutils und des Titaneisens der Gesteine (sog. Titanomorphit); andererseits ist eine Entstehung von gelblichen Anataskryställchen so- wie von Rutil aus T. beobachtet worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 718Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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