Saalburg, Stadt im Fürstentum Reuß j. L., Landratsamt Schleiz, auf dem rechten hohen Ufer der Saale, zählt (1885) 970 E. und hat ein altes Schloß hoch über der Saale und Wollweberei. aale ist der Name dreier Flüsse in Deutschland. 1) Die Fränkische Saale oder Saal im bayr. Regierungsbezirk Unterfranken, der größte rechte Nebenfluß des Main, entspringt in 287 m Höhe aus dem «Salzlocher, nördlich von St. Ursula, unweit der meining. Grenze, fließt erst westwärts über Königshofen und Saal bis Heustreu, wo sie rechts die von der Rhön herkommende Streu aufnimmt, dann im allgemeinen gegen Südwesten über Neustadt, Kissingen und Hammelburg und mündet, kurz nach Aufnahme (rechts) der ebenfalls von der Rhön über Brückenau und Rieneck herkommenden Sinn, 29 mbreit bei Gemünden in 146 m Seehöhe. Sie ist 111 km lang und wird bei Gräfenberg, 11,3 Kkm von der Mündung, schiffbar und stark zur Herabführung von Holz benutzt. Ihr Thal, meist von Waldbergen eingefaßt, ist im ganzen sehr tief eingeschnitten. Die in demselben liegenden Ortschaften verdanken ihren Wohlstand der Fruchtbarkeit des Bodens, den Reizen der sie umgebenden Natur und den Heilquellen. Das Thal liefert auch einen meist ringen Landwein, nur der am Schloßberge Saaleck bei Hammelburg wachsende Saalecker ist den besten Weinen Deutschlands ebenbürtig, kommt jedoch als königl. Eigentum nicht in den Handel. 2) Die Sächsische oder Thüringer Saale, einer der bedeutendsten Nebenflüsse der Elbe, der Hauptfluß Thüringens, entsteht über Zell 699 m hoch am westl. Abhange der Zeller Felsen des Fichtelgebirges im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken und behauptet, mit Ausnahme zweier größerer Schwenkungen gegen Westen (bei Rudolstadt) und gegen Osten (bei Weißenfels) einen im allgemeinen nördl. Lauf. Aus Bayern wendet sie sich in die Gebiete von Reuß, Schwarzburg-Rudolstadt, Meiningen, Altenburg, Weimar, tritt oberhalb Kösen in die preuß. Provinz Sachsen und unterhalb Naumburg aus dem Berglande in die Ebene, durchschneidet Anhalt und mündet in 50 m Seehöhe nach einem 442 km langen Laufe bei Saalhorn, oberhalb Barby, links in die Elbe. Schiffbar ist sie nur auf preuß. Gebiet, und zwar 180 km weit, von der Mündung der Unstrut bei Naumburg an, flößbar aber von Harra an der bayr. Grenze, 68 km von der Quelle abwärts. Ihre Schiffbarkeit ist seit 1817 durch Schleusenanlagen wesentlich gefördert worden. Bei Naumburg ist sie 56, unter-Ter Halle schon 110 mbreit; ihre durchschnittliche iefe beträgt 1 m. Die wichtigsten von ihr berührten Punkte sind Hof (505 m hoch), Hirschberg, Saalburg (343 m), Ziegenrück, Saalfeld (275 m), Rudolstadt (188 m), Orlamünde, Kahla, Jena (164 m), Dornburg (120 m), Kamburg, Bad Kösen, Naumburg (108 m), Weißenfels (103 m), Merseburg (97 m), Halle (75 m), Wettin, Alsleben, Bernburg, München-Nienburg und Kalbe. Der Fluß ist ziemlich fischreich und hat an seinen Ufern verschiedene Salzwerke, wie Halle. Von Saalfeld bis Naumburg gehört das fruchtbare, besonders obstreiche und bei Naumburg ziemlich viel Wein liefernde Saalthal zu den malerischsten Thälern Norddeutschlands. Die S. hat ein Gebiet von 23677 akm und sammelt ihre Gewässer links hauptsächlich vom Franken⸗ und Thüringerwalde, von der thüring. Terrasse und vom Harz, rechts aus der vogtländ. Hochterrasse. Von linken Zuflüssen sind bemerkenswert die Schwarza aus dem Schwarzathale (oberhalb Rudolstadt), die Ilm von Weimar her, die Unstrut, ihr größter Zufluß die Wipper oberhalb Bernburg und die Bode bei München-Nienburg. Zu ihren rechten Zuflüssen gehören die Rippach, die Weiße Elster mit der Göltzsch und der Pleiße und die Fuhne bei Bernburg. 3) Die Salzburger Saale, auch Saal oder Sala, gewöhnlich aber Saalach genannt, entspringt in dem Übergangsgebirge des Kitzbühl an der Grenze Tirols, am Thor unter dem Saalkopfe an der Saalwand, fließt in den salzburger Kalkalpen, die sie in engem, schauerlichem Thale durchbricht, anfangs östlich über Saalbach (996 m) durch das Glemmthal bis Saalhofen, dann gegen Norden unweit Saalfelden (744 m) vorbei über Oberweißbach (653 m), Lofer (639 m) und Unken (574 m), zuletzt gegen Nordosten über Reichenhall (467 m) und fällt nach einem Laufe von 96 kKm, wovon 77 auf österr. Gebiete, unterhalb Salzburg (420 m) links in die Salzach (s. d.), nachdem sie erst 7 Km vorher aus dem Gebirge getreten.