FeedSaadi (Scheikh Moslicheddin)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Saadi (Scheikh Moslicheddin), einer der berühmtesten pers. Dichter, geb. 1184 zu Schiras, lebte zur Zeit der Atabegen Saad (gest. 1226), Abu-Bekr und der Mongolenstatthalter (seit 1263). Nachdem er seine Studien vollendet und viele Jahre auf Reisen zugebracht hatte, begann er seit 1257 in seiner Heimat die reichen Erfahrungen seines Lebens niederzuschreiben. Er starb 11. Dez. 1291 zu Schiras. Seine Gedichte enthalten einen Schatz wahrer Lebensweisheit und sind in einer zierlichen und dabei einfachen Schreibart abgefaßt. Sunmium sind von ihm ein Divano, d. i. eine Sammlung lyrischer Gedichte (einige auch arabisch), Liebeslieder, Aufforderungen zu edelm Lebensenuß, ernste Betrachtungen Jeit Auswahl derselben übersetzte Graf in der „Zeitschrift der Morgenländ. Gesellschaftoꝰ, Bd. 9, 12, 13, 15 u. 18); ferner der Gulistano, d. i. Rosengarten, ein moralisches Werk in Prosa, mit zahlreichen Versen gemischt, auf das vorzüglich sein Ruhm sich gründet; dann der (Bostano, d. i. Fruchtgarten, ein dem vorigen ähnliches Werk, aber 99 in Versen verfaßt; außerdem noch viele andere kleine Erzählungen, Fabeln, Abhandlungen, teils in Prosa, teils in Versen. S.s Werke sind neuerdings im Orient selbst (in Indien, Persien und Konstantinopel) mehrfach gedruckt und lithographiert erschienen. Den «Gulistand gab in Europa zuerst Gentius (1651) heraus. Unter den neuern Ausgaben desselben sind die von Semelet (Par. 1828 u. 1834), die mit dem Kommentar von Sudi (Konstant. 1833) und die von Sprenger (Kalk. 1851) hervorzuheben; übersetzt wurde der «Gulistand von Graf (Lpz. 1846) und Nesselmann (Berl. 1864). Der Bostan wurde am besten von Graf (Wien 1858) herausgegeben, eine übersetzung lieferte derselbe (2 Bde., Jena 1850), sowie auch Rückert (herausg. von Pertsch, Lpz. 1882). Aus dem Kitäb Sähibijeho, ebenfalls prosaisch und metrisch, gab Bacher &S.s Aphorismen und Sinngedichtey (Wien 1879) mit Übersetzung heraus. Sämtliche Werke S.s gab Harington (Kalk. 1791—95) heraus, auch erschienen sie in Teheran (1852). Vgl. Bacher, Sa' di-Studiend (in der (Zeitschrift der Morgenländ. Gesellschafto, Bd. 30).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 44Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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