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ErdkundeBrockhaus 1882

Saarburg, Kreisstadt im rheinpreuß. Regierungsbezirk und 22 Kmim SSW. von Trier, links an der Saar und einem Einfluß der Leuck, die in der Stadt einen 18 mhohen Wasserfall bildet, und an der Linie Saarbrücken-Conz der Preußischen Staatsbahnen, hat die 1856 im got. Stile erbaute St. Laurentiuskirche, eine Steinbrücke von vier Bogen über die Saar, eine Schloßruine und zählt (1885) 2078 E., die hauptsächlich von Gerberei, Weinbau, Möbel⸗ und Bauschreinerei leben. Die Schiffahrt dagegen hat durch die Saarbahn sehr gelitten. S. hat ein königl. Lehrerinnenseminar, eine Ackerbauschule und herrliche königl. Waldungen. S. stammt aus dem 10. Jahrh., erhielt aber erst 1291 durch Kaiser Rudolf von Habsburg Stadtrecht. Die Burg Saarburg, deren Ruine mitten in der amphitheatralisch sich aufbauenden Stadt emporragt, wurde 1522 von Franz von Sickingen belagert. Vgl. Hewer, „Geschichte der Burg und der Stadt S.» (Trier 1862). Die Wasserheilanstalt in dem gegenüberliegenden Dorf Beurig ist jetzt eingegangen. — Der Kreis Saarburg zählt (1885) auf 454 qkm 30962 meist kath. E. Nur 4 km südlich von S. liegt auf hoher, kühn vorspringender Felsplatte über der Saar das Pfarrdorf Kastel oder Castell, mit 300 E. und einer nahen Kapelle, welche Friedrich Wilhelm IV. als Kronprinz herstellen ließ, um (1838) darin die Gebeine des in der Schlacht bei Crecy 1346 gefallenen blinden Königs Johann von Böhmen beizusetzen, und 18 km südwestlich das wegen röm. Ruinen bekannte Dorf Nennig (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 47Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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