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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Sade (Donatien Alphonse Francois, Marquis de), franz. Romanschriftsteller, geb. zu Paris 2. Juni 1740, der Sohn des auch als Schriftsteller und Diplomat bekannten Grafen Jean Baptiste François Jofephe de S. (geb. 1705, gest. 1765), trat in den Militärdienst, wurde aber wegen seines Lebenswandels von seinem Regiment fortgejagt und mußte, als er 1772 zu Aix wegen Sodomie und Giftmischerei zum Tode verurteilt worden war, fliehen. Er ging zuerst nach Genf, dann nach Chambeéry und kehrte später, nachdem er auch in Italien umhergeschweift, nach Frankreich zurück. Hier führten ihn neue Ausschweifungen 1777 in das Gefängnis und 1784 in die Bastille, von wo er, weil er Spuren geistiger Zerrüttung gezeigt, nach Charenton gebracht wurde. J. 1790 erlangte er die Freiheit wieder. Er schrieb den lasciven Roman „Justine, ou les malheurs de la vertun (4 Bde., Par. 1791), dem er Pauline et Belvals und 4Juliettes (6 Bde., 1798), beide von gleicher Art, folgen ließ. Als unter dem Konsulat 1801 eine Gesamtausgabe erschien, wurde er verhaftet. Er schrieb nun in Charenton Lustspiele und starb 2. Dez. 1814 zu Paris. Vgl. Janin, marquis de S.5 (deutsch, Lpz. 1835). Ein Ahnherr S.5, Fouques de S., soll der Gemahl der Laura (s. d.) Petrarcas gewesen sein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 98Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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