Ducange (Victor Henri Joseph Brahain), franz. Romanschriftsteller und Dramatiker, geb. 24. Nov. 1783 im Haag, war der Sohn eines Gesandtschaftssekretärs, der sich schriftstellerisch bethätigte durch einige Werke und die Leitung der „Gazette de Leyden. Nachdem er in dem Leet Handelsministerium ein geringes Amt bekleidet ing D. nach England, kam aber bald nach Frankreich zurück und lebte von seiner Feder. Seine ersten Romane, «Agathe ou le petit vieillard de Calaiso (1820) und «Valentinep (1821), gefielen dem Publikum; da er aber in Valentine o die im südl. Frankreich von den royalistischen Banden begangenen Excesse mit grellen Farben geschildert, wurde D. angeklagt, die Sitten verletzt und den Bürgerkrieg gepredigt zu haben, und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Dann redigierte er ein Blatt „Le diable rose ; aber wiederum wurde er zu 40 Tagen Gefängnis verurteilt, unter dem Vorwand, daß er die Französische Akademie röblich beleidigt habe. Als er auch nach der eröffentlichung von Thélène ou L'amour de la guerreo auf Antrag des Kriegsministeriums zwei Monate Gefängnis erhielt, flüchtete sich D. nach Belgien und kam erst 1825 7 Außer den genannten Romanen verfaßte D.: «Léonide ou la vieille de Suresneso (1823), Le médecin confesseuro (1825), 4Les trois filles de la veuves (1826), La luthérienneo, L'artiste et le soldat⸗ (1827), «Marco Loricot ou le petit chouan de 1830 5 (1836). Einen größern Ruf als durch hrere Romane erwarb sich D. als Dramatiker; mehrere Stücke von ihm blieben im Repertorium der Theater Ambigu und Gaité; es sind: IIya seize ans (1831), Trente ans ou la vie d'un joueuro, sein Meisterwerk (1827), «Calaso (1819), Le colonel et le soldato (1820), Le jésuite (1830), Les deux Raymond, «Sept heureso, «Macbetho, 4Clitov, Plus de jeudio. D.s Stil ist frisch und lebendig, aber mitunter trivial; er gehört . derselben Kategorie wie Paul de Kock und Pigault-Lebrun. D. starb 15. Okt. 1833 zu Paris.