Saflor (Carthamus L.), eine zur Familie der Kompositen gehörende Pflanzengattung, zeichnet sich durch Blütenkörbchen mit, lauter Zwitterblüten und durch vier⸗ bis sechsrippige Früchte mit schiefem, seitlichem Nabel und ohne Pappus aus. Von dieser Gattung wird der echte Saflor oder die Färbedistel (C. tinctorius), welcher ursprünglich in Ostindien einheimisch ist, ebendaselbst sowie auch in Agypten, in den südlichen Ländern Europas, auch im südwestl. Deutschland im großen als Färberpflanze, außerdem auch häufig als Zierpflanze angebaut. Er ist 0,86 bis 1 m hoch und besitzt einzelne, am Ende der Zweige stehende, von einem Kranze grüner Hüllblätter umgebene, ziemlich große Blütenkörbchen mit anfangs gelben, dann safranroten Blüten und kahle Stengel und Blätter, welche letztere ganz, eilanzettlich und dornig gezähnt sind. (S. Tafel: Farbepflanzen, Fig. 3.) Die röhrenförmigen, fünfspaltigen Blumen, welche getrocknet als S. oder Saflorblumen (Flores Carthami) im Handel sind, enthalten einen roten, harzartigen Farbstoff (Saflorrot oder Karthamin) in geringer und einen gelben extraktivstoffartigen arbstoff (Saflorgelb) in bedeutender Menge, doch ist der Gehalt an diesen Farbstoffen je nach Boden und Klima verschieden. Man braucht den S. gegenwärtig nur selten noch zum Rotfärben von Baumwolle und Seide, denn das Saflorgelb ist zu unbeständig. Auch das Rot ist nicht dauerhaft, aber besonders schön. Man kann damit in verschiedenen Nuancen vom Rosa bis Dunkelrot färben. Der rote Re al gibt auch die feinste rote Schminke, welche als I Rot (rouge d' Espagne, rouge végétal) bekannt ist und auf flachen Porzellantellerchen oder auf Blättern ausgebreitet in den Handel kommt. Wegen des verschiedenen Gehalts an diesen Farbstoffen haben die einzelnen, in den Handel kommenden Saflorsorten sehr verschiedenen Wert. Am meisten ist der persische S. geschätzt, darauf solgt der spanische und alexandrinische; die philippin., mexik., franz., deutschen und ungar. Sorten sind von geringerm Werte. Durch leichtere künstliche Herstellung ähnlicher Farbstoffe, wie des Safranins u. a., ist die Kultur des S. sehr in den Hintergrund gedrängt worden. Die Früchte, welche sehr bitter und ölig sind, waren früher als Purgiermittel gebräuchlich, wozu sie in Ostindien noch verwendet werden, und das OÖl derselben brauchte man gegen Rheumatismen und Lähmungen. Carau s. unter Kobalt(Verbindungen e).