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ErdkundeBrockhaus 1882

Sagan, welche 1839 starb und das Herzogtum an ihre Schwester Pauline, Fürstin von Hohenzollern-Hechingen, vererbte, die es durch Vertrag und Kauf ihrer dritten Schwester, der Herzogin Dorothea, 1844 überließ. Letztere starb 19. Sept. 1862 und hinterließ das Fürstentum ihrem Sohne, dem Prinzen Ludwig Talleyrand, Herzog zu Sagan und zu Valengay, geb. 12. März 1811. Der jedesmalige Inhäber der Fürstenwürde von S. ist Mitglied des preuß. Herrenhauses; jedoch ruht gegenwärtig die Stimme. Hauptort des Fürstentums ist die Kreisstadt Sagan, am Bober, Station der Linien Sommerfeld-Breslau, S.⸗Sorau und S.⸗Lissa der Preußischen Staatsbahnen, Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts und einer Reichsbanknebenstelle, zählt (1885) 12 010 meist prot. E. Außer dem großen und schönen, von Wallenstein, Lobkowitz und Peter von Kurland erbauten Schlosse mit umfangreichem Park und Gärten, besitzt die Stadt an größern Bauwerken vier Kirchen (darunter die des 1284 gegründeten reichen Augustiner-Chorherrenstifts und die evang. Gnadenkirche mit got. Turm), das kath. Gymnasium Hoseun Kollegium der Jesuiten), das evang. Lehrerseminar und das von der Herzogin Dorothea gestiftete, im got. Stil neu erbaute Dorotheenhospital. S. hat eine Strafanstalt für weibliche Sträflinge und ein Rettungshaus für verwahrloste Kinder. Der hauptsächlichste Industriezweig ist die Tuchmanufaktur. Auch der Woll⸗ und Getreidehandel ist bedeutend. Der Kreis Sagan zählt auf 1109,5 ꝗm (1885) 56523 meist prot. E. Vgl. Dorst von Schatzberg und Leipelt, Der Kreis S.y (Sagan 1850); Leipelt, „Geschichte der Stadt und des Herzogtums S.» (Sorau 1854).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 101Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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