Saint-Riquier, Städtchen im franz. Depart. Somme, Arrondissement Abbeville, Station der Linie Abbeville-Bethune der Nordbahn, mit (1881) 1691 CE., hatte ehemals eine berühmte gegen Ende des 4. Jahrh. gegründete Abtei, in deren Gebäude jetzt ein Seminar untergebracht ist. Die Abteikirche, ein Bau got. Stils aus dem 15. und 16. Jahrh., ist außen und innen mit Skulpturen eschmückt und hat in der noch heute reichen Schatzammer ein Freskogemälde aus dem 16. Jahrh., welches den Totentanz darstellt. Angilbert, der Freund Karls d. Gr. und Alkuins, war 794—814 Abt des dortigen Klosters, das unter seiner Leitung zu hoher Blüte gelangte. aint-Saens (Charles Camille), namhafter franz. Komponist, geb. 9. Okt. 1835 zu Paris, erhielt seine Ausbildung auf dem Konservatorium daselbst, wurde bereits 1852 Organist an der Kirche St.⸗Merry und 1858 an der Kirche Ste.-Madeleine in Paris, von welcher Stellung er 1877 zurücktrat. Außer zahlreichen Werken für das Piano und die Orgel schrieb er namentlich mehrere Spmphonien und symphonische charakteristische Tongemälde, wie d'Herculen u. s. w., außerdem Klavierkonzerte, ein Weihnachtsoratorium, Requiem, einige Opern, wie: La princesse jaunep (1872) und Le timbre d'argento (1877) u. s. w.