FeedThomas (Charles Louis Ambroise)
MusikBrockhaus 1882

Thomas (Charles Louis Ambroise), franz. Komponist, geb. zu Metz 5. Aug. 1811 als der Sohn eines Musiklehrers, bildete im Konservatorium zu Paris sein Talent im Pianofortespielen und in der Komposition aus. Im erstern Fache waren Zimmermann und Kalkbrenner, im zweiten Dourlen, Barbereau und Lesueur seine Lehrer. Nachdem er bereits 1829 und 1830 erste Preise im Klavierspielen und in der Harmonielehre gewonnen, erhielt er 1832 den großen Kompositionspreis, infolge dessen er als Stipendiat der Regierung nach Italien ging und von dort aus auch Wien besuchte. Im J. 1836 kehrte er nach Paris zurück und ließ hier 1837 seine erste Oper La double échelles in Scene gehen, welcher mehrere andere folgten, die alle nur geringen Erfolg hatten. Erst die 1849 zur Aufführung gebrachte komische Sper Le Caido fand großen Beifall. Nicht minder glücklich war T. 1850 mit Le songe d'une nuit d'étén. Von 1851 ab lieferte er noch Raymondo, La Tonelli, La cour de Célimener, Psychér, Le carneval de Venise, Le roman d'Elvires, «Mignono, Hamlety und „François de Rimini (1877). T. hat sich nach Auber gebildet, als dessen glücklichster und bedeutendster Schüler er anzusehen ist. Außer diesen Bühnenwerken komponierte T. auch ein Requiem und verschiedene andere Kirchensachen, viele ein- und mehrstimmige Gesänge lin Frankreich sehr beliebt), ein Streichquartett, ein Klaviertrio und mehrere Stücke für Klavier allein. T. war längere Zeit Kompositionsprofessor am Konservatorium und wurde nach Aubers Tode 1871 zum Direktor dieses Instituts erhoben. Nach Gounod ist er der bedeutendste der jetzigen franz. Komponisten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 645Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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