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ErdkundeBrockhaus 1882

Saintes, Arrondissementsstadt des franz. Depart. Charente-Inférieure, ehemals Hauptstadt der Landschaft Saintonge, an der Charente, Station der Linien Nantes-Coutras und S.⸗Angouléme der Staatsbahnen, zählt (1881) 11581 (als Gemeinde 15 763) E., welche Woll- und Baumwollmanufaktur, Fabrikation von Fayence, Leder u. s. w. und lebhaften Handel treiben. Unter den aus dem 11. und 12. Jahrh. stammenden Kirchen ist die Kathedrale jetzt fast verfallen. In der Krypta von St.⸗ Eutrope befindet sich das aus dem 4. oder 5. Jahrh. stammende Grabmal des heil. Eutropius, ersten Bischofs von S., im Stadthause eine Bibliothek von 25000 Bänden und Manuskripten. Die Stadt hat ein College, ein Civil- und ein Militärhospital, ein Marinehospital (ehedem das große Seminar) und ein Handelstribunal. Dem hier geborenen Bernard Palissy ist w1868 eine Statue errichtet worden. S. ist das alte Mediolanum, der Hauptort der Santonen, und hat aus der Römerzeit noch einen Triumphbogen des Germanicus und Trümmer eines 133 melangen und 108 m breiten Amphitheaters für mehr als 20000 Zuschauer, eines Aquädukts, von Bädern und Kanälen. Bis zur Revolution war die Stadt, mittellat. Santonae und Sanctonum, Bischofssitz. Ludwig der Heilige besiegte 1242 hier die Engländer.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 129Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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