Salamanca, die Hauptstadt (Ciudad) der span. Provinz gleichen Namens (12 793,7 qkm mit 11877 285500 C.) im Königreiche Leon, 807 m über dem Meere, in baumloser, doch gut angebauter Ebene, wischen und auf drei flachen Hügeln am rechten fer des linken Duerozuflusses Törmes gelegen, über welchen außerhalb der Stadt eine zum Teil aus der Römerzeit stammende Steinbrücke von 27 Bogen führt, durch Zweigbahn nach Medina del Campo mit der Spanischen Nordbahn verbunden, ist von hohen Mauern mit meist gotisch gebauten Türmen und Thoren umgeben, nach alter Art gebaut, mit meist engen und finstern Straßen, besitzt aber in dem großen Konstitutionsplatze einen der schönsten Plätze in Spanien, der von dreistöckigen, gleichförmig auf einem Säulenportikus ruhenden Häusern eingefaßt wird und in neuerer Zeit durch hübsche Gartenanlagen und Springbrunnen in eine Promenade umgewandelt worden ist. Auch gibt es einige schöne Straßen, viele stattliche Wohnhäuser, sowie prächtige und merkwürdige Gebäude, darunter 30 Kirchen und ebenso viele, jedoch zum Teil in Ruinen liegende Klöster. Die Stadt ist Sitz eines Bischofs und zählt (1877) 18007 E. Die Kathedrale, ein großer, im got. Stile 1510—60 aufbohe Au Bau, hat drei gewaltige Schiffe und eine hohe Kuppel. Andere sehenswerte Gebäude sind: die alte Kathedrale, ein schöner altgot. Bau aus dem Anfange des 13. Jahrh. mit dem sog. Schlachtenkreuz des Cid (cel Cristo de las Batallas das dieser in seinen Feldzügen geführt haben soll; das altertümliche Stadthaus am Konstitutionsplatz, ausgezeichnet durch eine mit prächtigen Skulpturen verzierte Facade; das Seminario oder ehemalige Jesuitenkollegium, ein imposantes, im florentinischen Stile erbautes Gebäude mit prachtvoller Kuppelkirche; die Universität, ein großes Viereck von got. Bauart mit einem prächtigen Säulengange um den Hof und einer Bibliothek von 30000 Bänden; das zur Universität gehörige, auf Philipps II. Befehl erbaute große Colegio del Rey, mit schönem, auf ion. Säulen ruhendem Portikus; die Casa de las Conchas, ein finsterer, äußerlich mit vielen in Stein gehauenen Muscheln verzierter Palast; das ehemalige Dominikanerkloster mit 200 Zellen und moderner got. Kuppelkirche; der Palast Alba u. s. w. Die Universität stiftete 1222 König Alfons IX. von Leon, um mit Alfons VIII. von Castilien zu wetteifern, der 1209 die Hochschule in Palencia angelegt hatte, welche Ferdinand III., der Erbe Leons und Castiliens, 1239 mit jener vereinigte. Ihre Blütezeit hatte die Universität im 16. Jahrh., wo sie angeblich 8000 Studierende und die Stadt 50000 E. zählte; seitdem aber sind beide allmählich in Verfall geraten. Jetzt hat die Universität nur die drei Fakultäten der Theologie, Jurisprudenz und Philosophie und zählt kaum 500 Studenten. S. ist das Salmantica der Römer, ursprünglich der Mittelpunkt der lusitanischen Vettonen, kommt im Mittelalter auch als Salamantica (arab. Schalmanka) vor und wurde nach 860 von den Asturiern erobert. Am 22. Juli 1812 fiel bei dem 7 km südsüdöstlich gelegenen Dorfe Arapiles eine entscheidende Schlacht vor, in welcher die Franzosen unter dem Marschall Marmont von den Engländern unter Wellington geschlagen wurden.