Saladdin oder Saladin, eigentlich Salähed-din Jussuf Ibn-Ajjüb, Sultan von Agypten und Syrien, geb. 1137 in Tekrit, wo sein Vater Ajjüb, ein Kurde, Befehlshaber war, diente in seiner Jugend unter seinem Vater und seinem Oheim Schirkuh. Als letzterer vom Sultan von Syrien, Nüreddin, nach Agypten gesendet wurde, um den vom ägypt. Kalifen Aladhid abgesetzten Vezier Schäwer, der zu Nüreddin geflohen, wieder in sein Amt einzusetzen, begleitete ihn S. Schäwer merkte aber, wieder eingesetzt, nicht sobald die Absicht Schirkuhs, Agyptens sich zu bemächtigen, als er mit Hilfe der Kreuzfahrer einen Krieg gegen den letztern begann, der nach manchen Wechselfällen mit Schirkuhs Sieg und Schäwers Hinrichtung endete. Schirkuh und nach dessen Tode S. wurden nun Nüreddins Veziere in Agypten. Als eifriger Sunnit haßte und unterdrückte S. die Anhänger Alis, zu denen die damals in Agypten herrschende Dynastie der Fatimiden zählte, die er denn auch 1171 stürzte. Als nach Nüreddins Tode (1174) dessen unmündiger Sohn Al-Malik al-Salih JS8ma il seinem Vater gefolgt war, ergriff S. Maßregeln, um auch Syrien an sich zu reißen. Er unterwarf Damascus und andere Plätze in Syrien, belagerte den jungen Fürsten selbst mehreremal in Aleppo ohne Erfolg, nötigte ihn jedoch zu allerlei Konzessionen. Al-Malik al-Sälih starb 1181, und zwei Jahre darauf übergab sein Nachfolger Imäd al-din, Aleppo an S., der nun ganz Syrien und Agypten unter dem von dem Kalifen Al-Nässir bestätigten Titel eines Sultans besaß. Sein ganzes Streben ging jetzt dahin, die Christen aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem zu erobern. Jene hatten seinen Zorn durch einen vertragswidrigen überfall der Pilger nach Mekka noch mehr gereizt. Er vergalt ihnen diesen Treubruch durch die Schlacht bei Hittin in der Ebene von Tiberias, 1187, in welcher Guy von Lusignan, der König von Jerusalem, zuleich mit Chatillon, den Großmeistern der Tempelherren und Johanniter und einer Menge Ritter zu Gefangenen gemacht wurden. Die Folge dieses Siegs war die Einnahme von Akka, Askalon und Jerusalem. Bald nachher brach S. gegen Tyrus auf. Infolge der Nachricht von dem Verluste Jerusalems nahmen jedoch der Kaiser Friedrich I. Barbarossa, die Könige PhilippII. Angustvon Frankreich und Richard I. Löwenherz von England und viele andere Fürsten das Kreuz. Das schnell sich verbreitende Gerücht von diesen Rüstungen ermutigte die Christen des Ostens, welche 1189 Aere belagerten. S. eilte herbei, und zwei Jahre lang waren die Felder um Acre der Schauplatz der erbittertsten Kämpfe. Kaiser Friedrich langte mit einem Heere in Asien an; doch sein Tod flößte den Muslims Mut ein, bis Richard Löwenherz und Philipp August mit neuen zahlreichen Scharen erschienen. Acre ergab sich ihnen 1191, worauf Philipp August nach Europa zurückkehrte, Richard aber blieb, schlug S. in mehrern Schlachten, nahm Cäsarea und Jafa und bedrohte Jerusalem. Endlich wurde ein Vertrag zwischen beiden Fürsten geschlossen, der die Küste von Jafa bis Tyrus den Christen einräumte. Askalon wurde geschleift, und der Überrest von Palästina verblieb dem Sultan, welcher bald nach König Richards Abreise zu Damascus im März 1193 starb. S. hinterließ 17 Söhne und eine Tochter und war der Stifter der Dynastie der Ajjübiden (Ejubiden).