Salernes, Stadt im franz. Depart. Dar, Arrondissement Draguignan, links an der Bresque, zählt (1881)3290 E. und hat Fabrikation von Fayence und Oliven⸗, Feigen⸗ und Weinbau. Salerno, im Alterthum Salernum, die Hauptstadt der neapolit. Provinz S. oder früher Prin⸗ (ipato-citeriore (5505, 5lem mit 1881]573 693 E.) im Königreich Italien, ist Sitz eines Erzbischofs, eines Tribunals und einer Handelskammer und liegt 54 km im Südsüdosten von Neapel an der Eisenbahn Neapel-Metaponto-Reggio, nördlich an dem reizenden Golf von Salerno (Sinus Paestanus) in einer von Bergen umschlossenen, an Wein und Orangen reichen Gegend. Die Stadt zählt (1881) 22328 (als Gemeinde 30771) E. hat in ihrem ältern Teile enge, unregelmäßige Straßen, besitzt aber einige stattliche Gebäude, namentlich an der Straße am Meer, dem Corso Garibaldi. Es ist dies ein herrlicher Spaziergang mit der Präfektur und dem Denkmal des Herzogs von San-Giovanni, Carlo Pisacana, des Precursore di Garibaldis. Die fast turmlose Stadt hat ein neues Theater (der schönste Bau der Stadt), ein Casino, mehrere Konservatorien, ein Findelhaus, ein Lyceum, eine technische Schule und ein Seminar. Der einst gute Hafen liegt jetzt versandet; doch ist der Handel noch ziemlich lebhaft und die Herbstmesse besucht. Bei S. sind großartige, von Schweizern angelegte Fabriken, Baumwolls pinnerei,⸗Weberei, „Druckerei und die bedeutende Schweizerkolonie Fratte di Salerno, mit Schule, Friedhof und Kapelle, wo der deutsch-evang. Pfarrer Neapels monatlich Gottesdienst hält. Die Seebäder haben zweclmäßige Einrichtungen. Das sehenswerteste Gebäude ist die Kathedrale San-Matteo, nach der Zerstörung durch die Sarazenen durch den Normannenherzog Robert Guiscard 1080 prächtig wieder aufgebaut, aber durch die Restauration von 1768 verunstaltet, eine mächtige, auf Pfeilern gewölbte Basilika, mit einem Mittelschiff von 14,6 m Breite und einem Atrium, dessen 28 schöne Säulen den Ruinen von Pästum u. s. w. entnommen sind, und an dessen Seitenwänden 14 zum Teil antike Sarkophage stehen. Die Bronzethüren sind 1099 von Landolfo Butromile errichtet, die zwei Ambonen (Kanzeln) im Mittelschiff reich mit Mosaiken geschmückt, das prachtvollste vorhandene Werkdieser Art. In der Krypta befinden sich die 930 aus dem Morgenlande hierher gebrachten Gebeine des Evangelisten Matthäus; im linken Seitenschiff das Grab der Margareta von Anjou (Gemahlin Karls von Durazzo); in der Kapelle neben dem Hochaltar das Grab des in S. 1085 gestorbenen Papstes Gregor VII., das 1578 vom Erzbischof Colonna, später von Pius IX. erneuert wurde. Hoch über der Stadt liegen die Trümmer der longobard. Feste, welche Robert Guiscard 1077 nach achtmonatlicher Belagerung eroberte. Die in der Nähe stehende malerische Wasserleitung ist 1320 erhaut. S. gehörte im Altertum zum Gebiet der Picentiner, erhielt 196 v. Chr. eine röm. Kolonie, war später Sitz longobard. Fürsten, kam dann unter die Herrschaft der Normannen, der Hohenstaufen und der Anjou. Die Stadt war im Mittelalter ihrer mediz. Lehranstalt (Civitas Hippocratica) wegen hoch berühmt, welche, im 11. Jahrh. von Benediktinern gestiftet, die Pflanzschule aller mediz. Fakultäten in Europa, 1817 aber aufgehoben wurde. Nahe westlich von S. liegt an der Eisenbahn die Stadt Vietri oder Bietri-sul-Mare, mit 2705 (Gemeinde 8815) C. Von hier führt die schöne Straße nach Amalfi und die Bahn nach Neapel durch das enge, anmutig bebaute Mühlenthal mit 14 Papiermühlen und der Stadt Cava (s. d.).