Sorrento, das alte Surrentum, Stadt in der ital. Provinz Neapel, liegt überaus schön an der Südseite des Golfs von Neapel auf einer schroff nach dem Meere abfallenden Felsenmasse in einer der schönsten und fruchtbarsten Gegenden Italiens, von Citronen- und Orangengärten, Oliven- und Maulbeerpflanzungen umgeben. Die Stadt ist Sitz eines Erzbischofs, hat eine Kathedrale, ein Seminar und eine Schiffahrtsschule und zählt (1881) 6089 (als Gemeinde 7869) E., die sich mit Seidenzucht, Seidenfabrikation, Fischfang, Viehzucht, Obstkultur, vornehmlich aber mit dem Verfertigen von eingelegten Arbeiten aus Oliven⸗ und Citronenholz beschäftigen. In der Umgegend findet sich viel Tuff, den man zur Thür⸗ und Fensterbekleidungen anwendet. S. eignet sich vorzüglich zum Sommeraufenthalt, teils wegen seiner kühlen Lage nach Norden, teils wegen seinerschönenUmgebungen; auch die Seebäder führen im Sommer viele Fremde und Neapolitaner nach S. Die Mauern und Türme der im Mittelalter nicht unbedeutenden Handelsstadt sind längst im Verfall. Das Haus, in welchem der Dichter Torquato Tasso 1544 gebören wurde, lag auf einer schroff in das Meer hineinspringenden Felsenspitze und ist mit dieser in das Meer gesunken. zurrentum war eine uralte Stadt und wurde später röm. Kolonie. Berühmt war im Altertum der auf den Hügeln bei S. gewonnene Wein, der sich sehr lange hielt und besonders Genefenden sehr zuträgich war. Von dem römischen S., das gleich den andern Städten des Golfs von Neapel ein Lieblingsaufenthalt im Sommer war, sind wenige Ruinen erhalten. Die von Castellamare nach S. theilweise dicht an der Küste entlang führende Landstraße, unter Ferdinand II. angelegt, ist eine der schönsten in dieser Gegend und bietet die herrlichsten Ausblicke. Vgl. Puggaard, »Description géologique de la peninsule de S.5. (Lpz. 1858).