Salsisch, soviel wie Seeforelle, s. u. Forellen. Salford, Schwesterstadt von Manchester (s. d.). Salgir (Ssalgir), der größte Fluß der Halbinsel Krim in Südrußland, entspringt am Fuße des Tschatyr-dagh im Jailagebirge und ergießt sich nach einem Laufe von 166 Em in das Faule Meer. Er ist nicht schiffbar. Salgö-Tarjän,‚ Gemeinde im ungar. Komitat Neograd. Station der Linie Hatvan-Ruttek der Ungarischen Staatsbahnen, zählt (1880) mit den dazugehörigen Puszten 6316 magyar. und kath. E. und ist Sitz eines Stuhlrichteramts. Die in der Nähe befindlichen, abbaufähigen Kohlenlager liefern ein vorzügliches Produkt. Salian (Ssaljany), Stadt im russ. Gouvernement Baku in Kaukasien, im Deltagebiet des Kur, mit (1882) 11 168 E., Fischerei und Sodafabrikation. In der Umgegend sind viele Erdölquellen. Salibabo oder Talaut, eine Gruppe kleiner, in administrativer Hinsicht einen Teil der niederländ. Residentschaft Menado auf der Insel Celebes in Hinterindien bildender Inseln, nordöstlich von den Sangirinseln, zwischen 3 und 4 nördl. Br., sowie 125 und 126˙ östl. L. (von Greenwich). Nördlich von dieser Gruppe liegt unter 5 nördl. Br. die Gruppe der Meangisinseln, und südlich von ihr die Gruppe der Douglasinseln. Die größte der Inseln des Talautarchipels führt den Namen S., von welchen nördlich die Insel Talour, südlich die Insel Kabreeang liegt. Sie sind brercte fruchtbar, gut bevölkert und angebaut. Sehr ergiebig ist auch der Fischfang in der Nähe dieser Inseln. Salicaceen (Salicacéae) oder Salicinsden (Salicinéae) nennt man eine Unterabteilung der Familie der Amentaceen; sie umfaßt nur die zwei Gattungen Salix (Weide) und Populus (Pappel)ꝰ . Salice-Contessa, s. Contessa. Saliein ist ein fester Bestandteil der Rinden einiger Weiden⸗ und Pappelarten, der Blütenknospen der Spiraea ulmaria und findet sich in geringer Menge auch im Bibergeil. Es krystallisiert aus der wässerigen Lösung in kleinen weißen Blättchen, ist von intensiv bitterm Geschmack, leicht Wasser, leichter noch in untder aber nicht in Ather löslich. Man hat es anstatt des Chinins als fieber-l vertreibendes Mittel, jedoch ohne Erfolg, angewen-d det. In Berührung mit Emulsin (Synaptase) oder mit Speichel verliert das S. seinen bittern Geschmack und zerfällt in Zucker und in Saligenin oder Salicylalkohol. Durch Destillation mit chrom-e saurem Kali und Schwefelsäure bildet das S. Sa-f licylaldehyd oder salicylige Säure, den Hauptbestandteil des höchst angenehm riechenden ätherischen Ols der Spiraea ulmaria. Salicineen, s. Salicaceen. C6H. (OH)(COOIH), eine der wichtigsten organischen Säuren, wurde 1838 von Piria und von Ettling entdeckt, indem sie das ätherische l der Blüten der Spiraea ulmaria oxydierten. Cahours zeigte 1844, daß das Wintergrünöl (von Gaultheria procumbens) größtenteils aus dem Methyläther der S. bestehe. Später (1851) stellte Gerland die S. dar, indem er salpetrige Säure auf Anthranilsäure (ein Zersetzungsprodukt des Indigblaus) einwirken ließ. Diese Reaktion war insofern von großer Bedeutung, als H. Kolbe in Leipzig durch sie veranlaßt wurde, im Hinblick auf die leichte Zersetzung der S. in Carbolsäure oder Phenol und Kohlensäure Versuche zur synthetischen Darstellung der S. anzustellen, die auch unter Mitwirkung Lautemanns 1860 zu einem positiven Ergebnisse führten. Im J. 1874 nahm Kolbe dieses Verfahren, das bisher nur wissenschaftliches Interesse darbot, wieder auf und kam dabei zu einer einfachen und wohlfeilen Methode der Fabrikation der S. (im Deutschen Reiche und in den meisten andern Ländern patentiert). Das Verfahren der Darstellung ist 1884 von Schmitt verbessert worden. Die S. erscheint in weißen, farb⸗ und geruchlosen Nadeln oder Prismen, schmeckt süßlich-sauer, löst sich in kaltem Wasser sehr schwer (in 300 Teilen), in siedendem ziemlich leicht (in 15—20 Teilen), in Alkohol und Ather leicht; sie schmilzt bei 155 und zersetzt sich bei 220—230 in Phenol und Kohlensäure. Ihre Lösung wird, mit Eisenchlorid versetzt, tief blauviolett gefärbt. Die Art der synthetischen Entstehung der S. aus Phenol brachte Kolbe auf die Vermutung, daß die S., ähnlich der Carbolsäure, antiseptische Wirkungen äußern möge. Die S. wirkt in der That in hervorragender Weise antiseptisch (fäulnishindernd), antizymotisch (gärungshemmend) und antipyretisch (fieberwidrig). Die S. selbst, wie auch ihr Natronsalz (Natrium Salicylicum) haben als wichtige Bereicherung des Arzneischatzes allgemeine Anerkennung gefunden, namentlich in der Chirurgie, Gynäkologie sowie gegen Diphtheritis, Magen⸗ und Darmkrankheiten, akuten Gelenkrheumatismus, Fieber (als Ersatz für Chinin) hat die S. uuzweiselhafte Erfolge aufzuweisen. Man wendet sie innerlich in Auflösung, sowie in n n. und als Pulver in Oblaten und Kapseln, äußerlich (gegen Wunden, Geschwüre, Fußschweiß u. dgl.) als Streupulver oder Lösung an. Auch in der Veterinärpraxis hat die S. bei Milzbrand, Maul- und Klauenseuche, bei Rotzkrankheiten und Druse der Pferde, Geschirr- und Satteldruck und überhaupt bei Wunden sich bewährt. Im Haushalt ist die S. zum Konservieren von Fleisch, Kuhmilch, Butter, Fruchtkonserven aller Art, von Eiern u. s. w. erfolgreich verwendet worden. Für Bier wird die S. in großer Ausdehnung benutzt als Schutzmittel gegen die durch warme emperatur hervorgerufene Nachgärung und zur Regulierung des Gärungsprozesses, um die Wucherung der Schmarotzerpilze in der Hefe und die Wirkung der Milchsäurefermente zu unterdrücken. Doch hat ihre Benutzung, als mit dem bayr. Braugesetz nicht vereinbar, bereits zu Verurteilungen von Brauern geführt. In der Weinbereitung haben vielfache Versuche ergeben, daß die Einführung der S. in die Weintechnik einen wesentlichen und großen Fortschritt bezeichnet, da dieselbe durch minimale Mengen schon die Bildung der Schimmelpilze und aller lästigen, die Güte des Weins gefährdenden Ur-1 sachen, Nachgärungen und deren Folgen (Trübwerden) energisch verhindert. In Frankreich ist die Verwendung der S. in der Weinbereitung verboten. Leicht schimmelnde und dem Verderben durch Görung ausgesetzte Gegenstände, wie Lösung von Arabischem Gummi, Gelatine, Leim, ferner Tinte, Kleister, Weberschlichte u. dgl., lassen sich durch Zusatz von etwas S. auf längere Zeit vor dem Verderben schützen. —. allen Fällen der Anwendung der S. ist nie außer Acht zu lassen, daß nur S. in freiem Zustande antiseptische Wirkungen auszuüben vermag. Da, wo sie mit alkalisch reagierenden Substanzen zusammenkommt, überall, wo sich Salze bilden können, ist sie ohne Wirkung. Eine mit S. versetzte Seife ist daher ein nicht rationelles Präparat. Eine ziemlich vollständige Zusammenstellung der Litteratur über S. findet sich in A. W. Hof. manns «Berichten über die chem. Industrie auf der wiener Weltausstellungo (Braunschw. 1876, 3. Abteil). Vgl. insbesondere Fürhringer, Zur Wirkung der S.» (Jena 1876); Buß, (Zur antipyretischen Bedeutung der S.» (Stuttg. 1876); Schwarz, «Die S. in ihrer praktischen Anwendungo (in Unsere Zeito, Fahrg. 1878, 2. Hälfte). entdecktes Derivat des Atropins, findet in der Augenheilkunde Verwendung.