FeedSalzwedel
ErdkundeBrockhaus 1882

Salzwedel, Kreisstadt im Regierungsbezirk Magdeburg der preuß. Provinz Sachsen, an der hier schiffbaren Jeetze, Station der Linie Stendal-Langwedel der Preußischen Staatsbahnen, in einer 658 A Gegend, ist Sitz eines Landratsamts, eines Amtsgerichts, sowie eines Hauptsteueramts und zählt (1885) 8886 E. Der Ort teilt sich in die Alt⸗ und Neustadt und hat zwei Vorstädte, fünf Kirchen und ein Gymnasium. Die alte Burg, um 780 von Karl d. Gr. gegründet, war Sitz des Markgrafen der Nordmark, seit Ende des 11. Jahrh. der Mark Soltwedelo, welcher Titel verschwand, als Albrecht der Bär den Namen eines Markgrafen von Brandenburg angenommen hatte. Sie kam Ende des 16. Jahrh. in Privatbesitz und wurde 1864 vom König von Preußen angekauft. Die Fabrikindustrie S.s erstreckt sich auf Tuch, Wollzeug, Baumwollstoffe, Leinwand, Leder, Draht, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Baumkuchenbäckerei. Auch hat man neuerdings bei S. ein bedeutendes Salzlager entdeckt. Der Handel ist nicht unbedeutend. Der Altmärkische Verein widmet sich der vaterländischen Geschichte und Industrie und besitzt eine sehr reichhaltige Sammlung prähistor. Altertümer. S., früher in niederdeutscher Form Soltwedel, war bis 1170 unter Albrecht dem Bären Hauptstadt der Marken, nachdem Albrecht schon 1144 Markgraf von Brandenburg geworden war, und blieb unter den Askaniern Ottonischer Linie Hauptstadt der Altmark. Auch war die Stadt Mitglied des Hansabundes. — Der heutige Kreis Salzwedel, der den westl. Teil der Altmark umfaßt, zählt auf 1212 qkm (1885) 50540 E. Vgl. Pohlmann, (Geschichte der Stadt S.y (Halle 1811); Danneil, «Kirchengeschichte der Stadt S.» (Halle 1842); derselbe, «Geschichte der königl. Burg zu S.» (Salzwedel 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 164Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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