Samenbruch, eine Krankheit der Trauben, bei welcher die Samenkörner über die Oberfläche der Beere hervorragen. Samendarre (Samenklenganstalt) ist eine Anstalt, in welcher die Samenkörner aus den Fichten⸗ und Kiefernzapfen gewonnen, von Schuppen und Flügeln befreit werden. Die einfachste, älteste Form der S. sind die Sonnendarren; sie bestehen aus hölzernen Kästen, in welche Horden von Draht oder Holz eingesetzt werden. Auf diesen Horden werden die Zapfen ausgebreitet und der Sonne ausgesetzt, durch die Wärme öffnen sich die Zapfen, der Same fällt bei wiederholtem Schütteln und Wenden derselben in den Kasten. Dieser natürliche Klengprozeß liefert vorzüglich keimfähigen Samen. Abhängig ist man aber dabei von der Witterung, auch wird der Same meist nicht vollständig gewonnen. Anwendbar ist diese Form der S. nur für kleine Betriebe. In den Feuerdarren erfolgt eine vollständigere Ausklengung der Zapfen. Diese werden in durch Heizung bis reichlich 50 C. erwärmten Räumen auf beweglichen oder festen Horden ausgebreitet und der unmittelbar vom Feuerungsapparat ausströmenden oder durch Röhren zugeführten warmen, trockenen Luft so lange ausgesetzt,‚ bis sie vollständig aufgesprungen sind. Durch Rütteln der Horden oder Schütteln und Wenden der Zapfen fallen die Samenkörner aus und gelangen auf den kühlern Boden des Darrraumes. An Stelle der Horden werden hier und da auch drehbare Trommeln aus Drahtgeflecht verwendet (Trommeldarren). Die genaueste Regulierung der Wärme gestatten die Dampfdarren, bei welchen die Heizung sich außerhalb des Darrraums befindet und die Erwärmung desselben mittels eines Röhrensystems erfolgt, durch welches der Dampf strömt. Das Entflügeln des Samens, d. h. die Entfernung der an ihm haftenden Flügel, geschieht in Säcken durch Beklopfen; die Reinigung desselben erfolgt durch Wurfen, Sieben oder in einer Getreidereinigungsmaschine. Ahnlich wie die Zapfen der Fichten und Kiefern können die der Erle behandelt werden. Lärchenzapfen kann man nicht ausklengen, sie müssen auf mechan. Wege zerstoßen oder zerrieben werden, denn auf den Horden in erwärmter Luft öffnen sie sich nur teilweise. Das Zerreißen derselben erfolgt in Metallcylindern mit Zahnrädern oder ähnlichen Vorrichtungen. Die Zapfen der Tannen braucht man nicht auszuklengen, weil sie nach vollständiger Reife von selbst zerfallen; schwierig ist aber die Befreiung des Tannensamens von den fest anhaftenden Flügeln und seine Reinigung.