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ErdkundeBrockhaus 1882

Sangarios, alter Name des heutigen Sakaria. Saugerhausen, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, 59 km westlich von Halle und 38 km östlich von ale-Munden an der Gonna, Station der Linien Halle-Münden und S.⸗Erfurt der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz des Landratsamts und eines Amtsgerichts und zählt (1885) 10070 E. Die Stadt hat vier Kirchen, worunter die vom Landgrafen Ludwig dem Springer erbaute Ulrichskirche, eine der schönsten Basiliken Deutschlands, obschon sie jetzt im Innern verbaut ist, und die Jakobskirche mit prächtigem Altarschrein und vielen in Bezug auf Trachtenbildung früherer Jahrhunderte interessanten Grabsteinen und Denkmälern, zwei Schlösser, ein Gymnasium, ein Krankenhaus, zwei 9.6 aus dem 13., resp. 14. Jahrh. stammende Hospitäler, eine Eisengießerei mit Maschinenfabrik, eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen, eine Malzfabrik, zwei große Aktienbrauereien und zwei Ziegelbrennereien. Neben bedeutendem Ackerbau wird besonders Schuhfabrikation betrieben. S. ist eine der ältesten Städte Thüringens, erscheint urkundlich schon 991 und war mit seiner Umgebung ursprünglich wohl Allodialgut der sächs. Kaiser und kam durch Verheiratung einer Cäcilie mit Ludwig dem Bärtigen an das thüring. Landgrafenhaus. Nach Ludwigs Tod (1056) bildete S. eine gesonderte Grafschaft, kam aber schon zu Anfang des 12. Jahrh. durch Kauf wieder an die Landgrafschaft Thüringen, 1249 an Meißen, 1265 an Landsberg, 1291 an Brandenburg, 1345 an Braunschweig, 1372 an Sachsen und 1815 an Preußen. — Der Kreis Sangerhausen zählt (1885) auf 773,6 ꝗEm 70 719 E. und begreift den größten Teil der Goldenen Aue und die Standesherrschaften Stolberg-Stolberg und Stolberg-Roßla. *

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 196Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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