Saterland, ein rings von Hochmooren umgebener Distrikt im oldenburg. Amte Friesoythe, der e etwa 20 km lang und 8 km breit ist und 3954 EC. zählt, welche in den vier Kirchspielen Strücklingen, Ramsloh, Scharrel und Neufcharrel wohnen. Der Boden des Landes, durchaus eben, besteht zum größten Teil aus Moor, zum kleinern aus sandiger Geest. Durchflossen wird das S. von der Marka, welche in ihrem untern schiffbaren Laufe den Namen Saterems führt, und der Ohe. Die fleißigen, industriösen Bewohner, welche teils durch eigentümliche Sitten und Gebräuche, teils durch besondern Dialekt eine ethnogr. Insel ausmachen, beschäftigen sich mit Landwirtschaft, Vieh⸗ und Bienenzucht und Torfgräberei. Noch unentschieden ist, ob sie fries. oder sächs. Abstammung sind, wenngleich die Ansicht der Forscher sich mehr ersterer Annahme zuwendet. In alten Urkunden heißt das S. Sigilterland; bis 1400 gehörte es den Tecklenburgern, die es an die Bischöfe von Münster abtraten. Im Dreißigjährigen Kriege wurde es protestantisch; doch gelang es nach dem Westfälischen Frieden, die Bevölkerung wieder katholisch zu machen, was sie geblieben ist. S. kam 1803 mit dem münsterschen Amte Kloppenburg an Oldenburg; die letzten Reste alter Freiheiten gingen unter den Franzosen verloren, unter deren Regiment 1811. die erste Straße ins S. gebaut wurde, das bis dahin nur Wasserwege kannte. In neuerer Zeit werden die umfangreichen Hochmoore durch zahlreiche Kanäle, welche mit der Saterems und der Leda in Verbindung stehen, der Kultur aufgeschlossen.