FeedSatüra
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Satüra hieß bei den Römern in ältester Zeit wohl eine Art possenhafter Schauspiele, bei denen von jungen Leuten einzelne Lieder und Erzählungen, sowie auch Unterredungen in bunter Mischung abwechselnd in gebundener und ungebundener Rede vorgetragen wurden. Als 364 v. Chr. öffentliche scenische Spiele eingeführt wurden, fanden die saturae auch bei diesen einen Platz. Nachdem kunstmäßige Dramen aufgekommen waren, schlossen sich die Saturae an diese an und wurden dann mit der Zeit unter den Exodia, Nachspielen begriffen, bis sie diesen Platz den Atellanen einräumen mußten. Dem Wortsinn nach ist der Ausdruck wohl aus dem Ausdruck Satera lanx, d. h. eine Schüssel voll allerlei Erstlingsgaben an die Götter, herzuleiten. In diesem Sinne, wonach das Bunte in Form und Inhalt die Hauptbedeutung des Wortes 8. war, wurden dann, wie es scheint, von Ennius saturae gedichtet. Sicher geschah dies von Varro in den von ihm dem Menippos nachgedichteten Saturae Me. nippeaen, während schon vor ihm Lucilius (s. d.) saturae verfaßt hatte, welche einen ähnlichen Charakter hatten, wie die Satiren (s. d.) des Horaz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 253Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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