Scenerie im theatertechnischen Sinne heißt das durch Dekorationen, Beleuchtung u. s. w. hervorgebrachte Bühnenbild. Im weitern Sinne ist Scenerie auch gleichbedeutend mit Landschaftsbild. Seenische Spiele (ludi scenici) hießen bei den Römern die dramatischen Spiele, insofern sie auf einer Schäubühne (scena) aufgeführt wurden. Die Veranlassung zu öffentlicher Aufführung von Scenischen Spielen gab nach der Erzählung bei Livius im J. 364 v. Chr. eine zu Rom ausgebrochene Pest, wobei man unter andern Mitteln auch besondere Schauspieler oder Histrionen aus Etrurien herbeirief und angeblich zur Versöhnung der erzürnten Götter diese Spiele zuerst einrichtete, die aber nur erst in Tänzen unter Flötenbegleitung ohne Verse und mimische Darstellungen bestanden haben sollen. Ohne Zweifel gab es aber schon lange dramatische Aufführungen volksmäßiger Art in Rom. (S. Atellanen, Fescenninen, Satura, Mimen.) Kunstmäßige dramatische Aufführungen erhielten die Römer durch Livius Andronicus (s. d.) im J. 240 v. Chr. Seit dieser Zeit fanden bei röm. Festspielen, in wachsender Ausdehnung nicht mehr bloß Circensische Spiele (s. d.), sondern auch sceenische statt, womit man also jetzt die theatralischen Darstellungen, im Gegensatz der Kampfspiele, Wettrennen u. s. w., oder die Schauspiele im allgemeinen bezeichnete. In diesem letztern Sinne wurden die Scenischen Spiele zur Zeit der Republik von Behörden und einzelnen Parteihäuptern zur Gewinnung und Befestigung der Volksgunst auf das glänzendste ausgestattet und nachher von den Kaisern seit Augustus in gleicher Absicht fortgesetzt, bis sie mit dem Verfall des Reichs ihren Untergang fanden.