Saturnus, ein altital. Gott der Saaten und überhaupt ein Gott, der Fruchtbarkeit spendet, im Kultus gewöhnlich mit der Ops, der gleich ihm reichen Segen und Fruchtbarkeit spendenden Göttin, verbunden. Er galt als Urheber des Ackerbaues und aller seiner Segnungen; daher erzählte man, er habe als König in Latium geherrscht in der alten Zeit, in welcher die Menschen ohne Trug und Streit nur den friedlichen Beschäftigungen des Landbaues oblagen. Sein Hauptfest waren die Saturnalien (s. d.). Sein Tempel in Rom, dessen Stiftung in die mythische Zeit zurückverlegt wird, lag am Abhange des Capitolinischen Hügels nach dem Forum zu, wo noch eine stattliche Ruine desselben, einer Wiederherstellung in der Kaiserzeit angehörig, erhalten ist. Als griech. Bildung in Rom eindrang, wurde der italische S. identifiziert — dem griech. ronos war nach griech. Sage der jüngste Sohn des Uranos und der Gäa, einer der Titanen. Nachdem er seinen Vater entmannt und vom Throne gestürzt, vermählte er sich mit seiner Schwester Rhea, welche ihm die Hestia, Demeter und Hera, den Hades, Poseidon und Zeus gebar. Da ihm Aundersder worden war, daß er durch eins seiner inder der Herrschaft werde beraubt werden, verschlang er sie alle gleich nach der Geburt; aber Rhea wußte den jüngsten, den Zeus, seinen Nachstellungen zu entziehen, indem sie ihm einen in Windeln gewickelten Stein statt des Neugeborenen zu verschlingen gab. Als der Knabe herangewachsen war, wurde Kronos, nachdem er die früher verschlungenen Kinder wieder ausgespien, von ihm entthront und mit den übrigen Titanen in den Tartarus geworfen. (S. Jupiter.) Nach späterer röm. Sage wäre er nach seiner Entthronung nach längerm Umherirren nach Latium gekommen und dort König geworden. Die bildende Kunst stellte den Kronos-S. dar als alten härtigen Mann mit verhülltem Hinterhaupt, eine Art Sichel (Harpe) in der Hand.