Satyr (grch. Sat5ros), gewöhnlich in der Mehrzahl Satyrn göttliche Wesen niederer Art, erscheinen in der Poesie und Kunst der Griechen als die fortwährenden Begleiter des Dionysos (s. Bacchus), als dienendes Gefolge desselben, und repräsentieren wie dieser Gott selbst, nur in roherer Weise, das üppige Naturleben. Sie werden als mutwillig, neckisch und feige, lüstern nach Wein und Weibern (besonders stellen sie gern den Nymphen nach), als Freunde der Musik (besonders des Flötenspiels) und des Tanzes geschildert. In den Homerischen Dichtungen werden sie nicht erwähnt, aber Hesiod kennt odas Geschlecht der nichtsnutzigen, zur Arbeit untauglichen Satyrno. In der dramatischen Poesie sind sie die Hauptträger des nach ihnen benannten Satyrspiels (s. d.). In diesem erscheinen sie mit Bocksfellen bekleidet und heißen auch geradezu Böcke. Auf griech. Vasenbildern erscheinen sie sehr häufig in Verbindung mit Dionysos und den Nymphen, oft auch mit besondern, ihrem Charakter entsprechenden Namen bezeichnet. Doch erhielten sie in der Kunst zuerst die schon lange ausgebildete Gestalt der ihnen in manchem Betracht ähnlichen und mehrfach mit ihnen verwechselten Silenen (s. d.) und entlehnten demzufolge die tierischen Attribute, welche ihnen gegeben werden, Tierohren und Schwänze, zunächst nicht von den Böcken, sondern von den Pferden. In der Plastik ist ihre Darstellung besonders durch Praxiteles in edelster Weise ausgebildet worden. Vgl. Furtwängler, „Der S. aus Pergamume (Berl. 1880).