Savoyen lital. Savoja, frz. Savoie, lat. Sapaudia), ein vormals zum Königreich Sardinien gehöriges, aber durch den Staatsvertrag vom 24.März 1860 an Frankreich abgetretenes und diesem im Juni desselben Jahres einverleibtes Herzogtum, von der Schweiz (Genf, Genfersee und Wallis) im N. und NW., von Piemont im O. und SO., vom Dauphiné im S. und SW. begrenzt und durch den Rhöne vom franz. Depart. Ain getrennt, ist das am höchsten gelegene Land Europas. Seine östl. Seite bedecken die Grajischen Alpen, die im Montblanc, Kleinen Bernhard und Mont-Cenis ihre beluhren das Spitzen haben. Im S. und SW. berühren das Land die Cottischen, im NO. die Peninischen Alven. Die meisten dieser Alpen sind mit ewigem Schnee bedeckt und mit Gletschern behangen. Das schönste und großartigste Thal ist das von Chamouny. Hauptflüsse sind der Rhöne, die Isere, Arve und Arc. Vom Ufer des Genfersees gehören zu S. 67 km. Kleinere Seen des Landes sind der Annecy und der bei Bourget (28 und 75 qkm) mit der sog. Wunderquelle, deren Wasser von 20 Minuten bis gegen 3 Stunden ausbleibt. Das Klima ist im O. rauher als im W. und im ganzen sehr veränderlich, sodaß es oft in einem Tage von strenger Kälte zur Hitze übergeht. Der Boden ist meist steinig und wenig fruchtbar. Da, wo er urbar gemacht werden kann, produziert er Getreide, doch nicht hinlänglich, guten Wein, Hanf,‚ Flachs, Kartoffeln, Obst und Kastanien. Auch sind die Waldungen ansehnlich, der Wiesewachs gut, sodaß eine starke ier 2 getrieben wird. Auf den Gebirgen gibt es viel Wild, auch Murmeltiere, Gemsen und Steinböcke. Das Mineralreich liefert Silber, Kupfer, Blei und Eisen, Steinkohlen, Marmor und Salz. Fabriken gibt es nur wenige. Die Einwohner reden meist verdorbenes Französisch. Die