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ErdkundeBrockhaus 1882

Sayn, Pfarrdorf im preuß. Regierungsbezirk und Kreis Koblenz, an der Sayn, am Ausgange eines Thals des Westerwaldes, Station der Linie Engers-Siershahn der Preußischen Staatsbahnen, zählt (1885) 1763 kath. E. und hat ein 1848—56 erbautes Schloß des Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn mit Gemäldesammlung, Skulpturen, nebst schönem Park und Palmenhaus mit Wintergarten, eine Irrenanstalt, ein 1770 vom Kurfürsten von Trier gegründetes Eisenhüttenwerk (Sayner Hütte!, welches Krupp in Essen gehört, das Eisenhüttenwerk Concordia, Messinggießerei, Eisenschleiferei, eine Fabrik feuerfester Steine und drei Schwemmsteinfabriken (Engerser Sandstein). Auf dem Burgberge liegen die Trümmer der Burgen Stein und Reifenberg, sowie die Ruine des im 10. Jahrh. erbauten und im Dreißigjährigen Kriege durch die Franzosen zerstörten Stammschlosses des Hauses Sayn. Bei S. ist die ehemalige, 1201 gegründete Prämonstratenserabtei, jetzt Schule und Pfarrhaus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 274Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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