Schaefer (Joh. Wilh.), vorzüglicher deutscher Litterarhistoriker, geb. 17. Sept. 1809 zu Seehausen unweit Bremen, betrieb seit 1827 auf der Universität Leipzig philol. und histor. Studien. Im J. 1831 nach Bremen zurückgekehrt, erhielt er sogleich eine pädagogische Beschäftigung an der dortigen Hauptschule, wo er neben philol. Lektionen vorzüglich das Fach der Geschichte und der deutschen Litteraturgeschichte in den obern Klassen zu vertreten hatte. Dies veranlaßte ihn zunächst zu der Bearbeitung des „Grundriß der Geschichte der deutschen Litterature (Brem. 1836; 12. Aufl. 1877), der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Dem (Grundrißs folgten außer einigen philol. Arbeiten das «Handbuch der Geschichte der deutschen Litteraturo (Brem. 1842—44; 2. Aufl. 1855), «Tabellen zur Geschichte der deutschen Litteraturd (Opz. 1853; 2. Aufl., Altona 1869), ⸗Geschichte der deutschen Litteratur des 18. Jahrh.» (3 Bde., Lpz. 1855 —57 2. Aufl., herausg. von Muncker, Lpz. 1885), die Umarbeitung von OÖsers „Geschichte der deutschen Poesies (2 Tle., Lpz. 1859; 4. Aufl. 1879), Litteraturbilder u. s. w. (2 Tle., Lpz. 1860; 2. Aufl. 1873). Eine Sammlung einzelner litterar-Turl⸗ Abhandlungen veröffentlichte er unter dem itel «Zur deutschen Litteraturgeschichte, kleine Schrifteno (Brem. 1864). Besonders fühlte sich S. zur Erforschung der Geschichte unserer klassischen Litteraturperiode hingezogen. Er bearbeitete mit sorgfältiger Durchforschung der zerstreuten Quellen (Goethes Lebeno (3. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1877; eine holländ. Übersetzung von C. M. van Hees, mit einer Einleitung von Opzoomer, erschien in zwei Teilen zu Utrecht 1856). Eine gedrängte Darstellung von Schillers Leben gab die Schrift: „Schiller, eine biographische Schilderung (Lpz. 1853). Als Dichter hat sich S. bekannt gemacht durch Liebe und Leben» (Brem. 1851; 2. Aufl. 1858). Er starb 2. März 1880 in Bremen.