Scheler (Johann August Huldreich) Sprachforscher, geb. 6. April 1819 zu Ebnat (Schweiz), studierte in Erlangen, Bonn und München und ward 1839 von Leopo I. von Belgien zum Bibliothekar-Adjunkt, 1853 zum Bibliothekar ernannt. Mit dieser Stellung, die er seitdem sowohl bei Leopold II. als bei dessen Bruder, dem Grafen von Flandern, einnimmt, verband S. seit 1846 die eines Lehrers der deutschen Sprache bei den königl. Kindern, seit 1876 die eines außerord., seit 1879 eines ord. Professors der allgemeinen Sprachlehre und der Cxegese altfranz. Texte an der Universität zu Brüssel. Die Belgische Akademie ernannte ihn 1868 zum außerordentlichen und 1884, nachdem vom Parlament für vom Staate geleistete Dienste das große Staatsbürgerrecht erhalten, zum ordentlichen Mitglied. S. veröffentlichte namentlich: 1861; 2. Aufl. 1873), «Kurzgefaßtes etymolog. Wörterbuch der franz. Spracher (Lpz. 1865), (Glossaire roman-latin du XVe siècle (Antw. 1865), KExposé des lois qui régissent la transformation française des mots latinso (Brüss. 1875) und gab zahlreiche altfranz., und altprovencalische Werke heraus. S. schloß auch Grandgagnages Diction. naire étymologique de la langue walloner (1880) ab und besorgte die 4. Aufl. von Diez' Etymolog. Wörterbuch der roman. Sprachend (Bonn 1878).