Schicht (Joh. Gottfr.), musikalischer Theoretiker und Kirchenkomponist, geb. 29. Sept. 1753 zu Reichenau bei Zittau, der Sohn eines armen Leinwebers, besuchte das Gymnasium zu Zittau, wo er den Musikunterricht des Organisten Joh. Trier genoß, und bezog 1776 die Universität zu Leipzig, um die Rechte zu studieren, ging aber auf Hillers Anraten zur Musik über. Er besaß viel Fertigkeit und großen Umfang der Stimme und bildete sich nach und nach zum vorzüglichen Gesanglehrer aus. Im J. 1785 zum Musikdirektor bei dem Großen Konzert in Leipzig erwählt, vermählte er sich mit Demoiselle Valdesturla, die als Konzertsängerin daselbst angestellt war, und wurde 1810 Kantor an der Thomasschule und Musikdirektor an den beiden Hauptkirchen zu Leipzig. Von seinen Kompositionen wurden früher besonders geschätzt sein (Te Deumo nach Klopstocks Worten, sowie das von Rochlitz gedichtete Oratorium Das Ende des Gerechteno. Von seinen mehr als 40 Motetten sind besonders Mach einer Prüfung kurzer Tagev, (Jesus meine Zuversicht» und Meine Lebenszeit verstreichtꝰ weit verbreitet. Nicht minder bekannt ist sein Allgemeines Choralbuchv (3 Bde., Lpz. 1820). S. starb 16. Febr. 1823 zu Leipzig.