Scheyern oder auch Scheiern, Pfarrdorf im Verwaltungsdistrikt und 4 Km im Südwesten von Pfaffenhofen im bayr. Regierungsbezirk Oberbayern, hat 600 E., ein Benediktinerkloster mit einem Knabenseminar und eine isolierte Lateinschule. Der Ort ist der Stammsitz der berühmten Grafen von Scheyern, die 1108, wo sie ihre Burg in ein Kloster umwandelten, ihren Sitz nach Wittelsbach verlegten und sich nun nach der neuen Burg Grafen von Wittelsbach (s. d.) nannten. Arnulf von Scheyern, dem schon nach seines Bruders Eberhard Vertreibung und seines Oheims Berthold Tode 947 das Herzogtum Bayern hatte zufallen sollen, mußte Kaiser Ottos I. Bruder, Heinrich, weichen, legte sich aber den Titel eines Pfalzgrafen von Bayern bei. Erst sein Nachkomme Otto von Wittelsbach gelangte 1180 in den Besitz des Herzogtums Bayern und wurde der Stammvater des jetzigen Königshauses Bayern. Das Kloster wurde 1803 aufgehoben und verkauft, 1838 aber von Ludwig J. wieder angekauft, restauriert und zur Gruft des königl. Hauses bestimmt, welcher Plan jedoch nicht ausgeführt wurde. Benediktiner von Metten hielten hierauf 1. Nov. 1838 ihren Einzug. Vgl. Hundt, «Kloster S.v (Münch. 1862).