FeedSchienen (engl. und frz. rails)
VerkehrBrockhaus 1882

Schienen (engl. und frz. rails), bei den Eisenbahnen ebenso wie bei den Tram⸗(Pferde⸗, Kabelu. s. w.) Bahnen diejenigen Teile der Fahrbahn, auf welchen die Räder der Fahrzeuge unmittelbar aufruhen und von welchen diese Räder bei der Bewegung der Fahrzeuge geführt werden. ÜUber Form und Material der Schienen s. unter Eisenbahnen (Bd. V, S. 861) und Trambahnen. Bei der ersten Anlage einer Eisenbahn sind für 1 Km Gleis etwa 65t Schienen erforderlich, für die bei den deutschen Eisenbahnen Ende 1884 vorhandenen 66000 Em Gleislänge (einschließlich der Bahnhofsnebengleise) sind also 4290000 t Schienen erforderlich gewesen. Bei dem jetzt (Ende 1885) bestehenden mittlern Preise von 135 Mark für die Tonne S. am Schienenfabrikationsorte repräsentieren die auf den deutschen Eisenbahnen liegenden S. einen Wert von über 579 Mill. Mark. Die Abnutzung der S. hängt besonders ab von der Menge Und Schwere der darübergehenden Fahrzeuge und von den Krümmungs⸗ und Neigungsverhältnissen der Bahnstrecken, in welchen die Schienen liegen. Auf horizontaler, wenig gekrümmter Bahn findet eine Höhenabnutzung der Stahlschienen von 1 mm durch eine über dieselben geführte Bruttolast von 10—12 Mill. Tonnen statt, bei stärkern Neigungen und Krümmungen ist diese Abnutzung eine wesentlich stärkere. Wird im Durchschnitt für die einzelnen S. eine Dauer von 16 Jahren angenommen, so sind für die Unterhaltung und Erneuerung der Gleise der deutschen Eisenbahnen in deren Ausdehnung Ende 1884 jährlich etwa 270000 t Schienen erforderlich, deren Kosten an den Fabrikationsorten etwa 36 Mill. Mark betragen. Die abgenutzten, aus den Gleisen zu entfernenden S. finden vielfach Verwendung zu Bauzwecken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 338Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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