Schleusen, nutzbare Länge ... 38,5 57½5 Leinpfae überall überall Sohlenbreite im Kanall.. — 16, Die Mittellinie eines Kanals pflegt sich, wie bei Straßen und Eisenbahnen, aus geraden Linien und Kreisbögen (Kurven) zusammenzusetzen. In Betreff der erstern gilt die leicht zu befolgende Regel, daß die Längen der einzelnen geraden Strecken nicht zu groß sein sollten, weil der Wellenschlag und das Auftreiben des Wassers durch Wind mit der Länge derselben zunimmt. Die Radien der Kurven richten sich nach der Länge der Schiffe. Bei einer Schifflänge von 34,50 m hat man auf dem Rhein-Kanal Radien von 100 m, aber auch größere (bis zu 1200 m) zur Anwendung gebracht. Bei ältern franz. Kanälen kommen nicht selten Radien von 30 bis 40 m vor. Um die Beweglichkeit der Schiffe in den Kanälen zu sichern, wird die Breite derselben vergrößert, je kleiner der Krümmungsradius ist, bei scharfen Biegungen kann nötigenfalls eine bassinartige Erweiterung angeordnet werden. Um den übergang des Schiffs von einem Niveau zum andern zu vermitteln, bedient man sich verschiedener Vorrichtungen und zwar: 1) der Schleusen mit festen Kammern (Schiffahrtskammerschleusen), s. Schleusen; 2) hydraulischer Schleusen Schleusen); 3) schiefer Ebenen (s. d.). Sas Prinzip der schiefen Ebenen besteht darin, daß zwischen den Endpunkten der zu verbindenden „Haltungen eine Bahn angelegt wird, auf welcher eigens konstruierte Wagen rollen, welche entweder eine Kammer tragen, in der das Schiff schwimmt (1839 Monkland-Kanal), oder das Schiff direkt raußer Wasser transportieren (1788 bei Ketley, sowie Coalsport, Stropfhire, 1825 beim Moris-Kanal und in ganz vorzüglicher Weise seit 1845 auf dem Oberländischen Kanal in Preußen). Die Ebenen setzen sich entweder mit konstantem Gefälle von dem Unterkanal bis zum Oberkanal fort, wobei sie nicht unmittelbar in den letztern, sondern in eine mit diesem verbundene Schleusenkammer eintreten, die abwechselnd mit Wasser gefüllt und geleert wird, oder es befindet sich zwischen beiden ein erhöhter Rücken, der von den Wagen mit den Schiffen überstiegen werden muß. Die Wasserverluste einer bestehenden Wasserstraße lassen sich auf folgende Ursachen zurückzuführen: 1) Versickerung. Sie ist eine Funktion der Bodenbeschaffenheit und der Tiefe des Kanals und kann durch Dichtungsmittel vermindert werden. 2) Verdunstung. Sie tritt insbesondere in den Sommermonaten ein. Der Verlust ist im allgemeinen gering; holländ. Ingenieure schätzen den Verlust, welchen ein Kanal an den Oberflächen und an beiden Ufern erleidet, auf 90 em Wasserhöhe. 3) Verlust an den Schleusen. Er ist wieder eine Funktion der Bauart der Schleuse. J) Eine weitere Quelle des Wasserverlustes entspringt aus der Undichtheit der Thore; 5) Besondere Verluste treten endlich bei Neufüllung und Wiederfüllung der Kanalstrecke ein. Kanäle werden aus Sammelgebieten, Brunnen, Quellen, Bächen gespeist und ihre Versorgung bedingt dieselben Fragen betreffs Regenmenge, Bedarf, Ersatz, welche bei Wasserversorgungen zur Lösung gelangen. Graeff (Construction des canaux et de chemin de fero, S. 223) rechnet bei einem normalen täglichen Verlust von 0,4 bis 0,6 ebm für den laufenden Monat täglich kurz nach Einlassen des Wassers 1,2—1,5 ebm und während der ersten Monate des Kanalbetriebes 0,8 bis 16cbm. Ein in normalem Zustande befindlicher Kanal ohne Zu- und Abfluß zeigt nach Minord immerhin eine tägliche Senkung des Wasserspiegels von 3 bis 4 em. Die ältesten S. finden sich seit vier Jahrtausenden in China, wo sie Abzweigungsgerinne der Flüsse bilden, die meist in Aufdämmungen die Landfläche überragend quer durch diese geführt sind. Der erst im 7. Jahrh. n. Chr. vollendete Kaiserkanal ist 250 Meilen lang, 60—300 m breit bis 3 metief, verbindet den Weißen, Blauen und Gelben Fluß und ist die Hauptverkehrsader dieses Reichs. Zur Überwindung der Höhenunterschiede finden sich geneigte Ebenen von etwa 2 m Höhe, an welchen durch eine Schütze das Wasser der höher liegenden Wasserhaltung rückgestaut, durch Aufziehen der Schütze das Fahrwasser gehoben wird. Die Bewegung der Fahrzeuge an denselben erfolgt durch Aufziehen mittels Seilen, wozu 16—20 Mann verwendet werden. Weitere Bauten findet man in Agypten. Schon 1600. Jahre v. Chr. soll Sesostris die Idee zur Verbindung des Mittelmeers mit dem Arabischen Meere gegeben haben. (S. Suezkanal.) Im 13. Jahrh. v. Chr. gruben die Agypter vom östl. Nilarm einen Kanal nach Osten, der später gegen das Rote Meer verlängert wurde. Herodot gibt fünf natürliche und zwei künstliche Kanäle des Nildeltas an, die er als Hauptwege bezeichnet. An und neben den Hafenbauten der Römer finden sich Kanäle. Ein solcher verband den Hafen von Ostia (630 v. Chr. erbaut) später mit dem Tiber. Ein anderer verband die Donau zwischen Tschernawoda und Küstendsche mit dem Meere. Sie planten und begannen die Durchbrechung der Landenge von Suez. Marius (300 v. Chr.) setzte durch einen Kanal den Rhöne mit dem Golf von Foz in Verbindung. Claudius Drusus (12 v. Chr.) ließ als Hilfsmittel zur Besiegung der Friesen am untern Rhein eine künstliche Wasserstraße in die westf. Ysel und eine solche zur Verbindung des Rheins mit der Nordsee ausführen. In Deutschland plante und begann Karl d. Gr. (768—814) die Verbindung der Donau mit dem Rhein. Großartiges leisteten später die ital. Republiken, die Holländer, ihnen folgten die Franzosen und Engländer. In Frankreich sind fast alle größern Flüsse durch Kanäle miteinander verbunden. Besonders zu nennen sind: der Kanal von Nivernais (zwischen Loire und Yonne) wegen der großartigen Arbeiten auf seiner Scheitelstrecke; der unter Ludwig Philipp erbaute Rhein-Rhönekanal, 315 km lang mit 172 Schleusen, der Kanal von Languedoc oder Canal du Midi, 244 km lang mit über 100 Schleusen zwischen dem Mittelmeer und Atlantischen Ocean, der Canal du Centre, von St.⸗Quentin, der Rhein-Marnekanal, 315 km lang mit 180 Schleusen u. a. Die franz. Kanäle sind großenteils in der Hand des Staats. Im J. 1873 besaß Frankreich 2736 Km eigentliche S. und 536 km andere schiffbare Kanäle mit fließendem Wasser. Seit 1881 ist der Ostkanal zwischen Maas und Saöne im Bau begriffen. Da sich England dem Eisenbahnbau am frühesten zuwendete, findet man dort das Kanalnetz nicht so ausgebildet, wie man vielleicht bei seinem regen Industrie⸗ und Handelsleben erwarten würde. Als Seeschiffahrtskanal zu erwähnen ist der Caledonische Kanal, der Schottland quer durchsetzt. Nach von Weber beträgt die Länge der Kanäle Englands 3000 km. Sie sind durchweg in den Händen von Privatgesellschaften. Belgien und die Niederlande hatten 1878 2240 km Kanäle mit 220 Kammerschleusen, sodaß diese Länder von einem dichtern Kanalnetz überzogen sind als irgend ein anderes Land. Trotz der verhältnismäßig geringen Länge, 258 km, sind die Kanäle Schwedens von hervorragender Wichtigkeit wegen der bedeutenden Höhenunterschiede, die in ihnen vorkommen. Besonders zu nennen sind der Trolhätta⸗ und der Götakanal. Unter den Kanälen Rußlands ist der 110 km lange Ladogakanal mit 32 Schleusen zu nennen, der die Wolga, beziehungsweise Wolchow mit Schlüsselburg und damit Ostsee und Kaspisches Meer verbindet. Eine großartige Kanalentwickelung findet sich auch in Amerika. Daselbst fanden sich 1870 81 Kanäle mit insgesamt 7580 km Länge. In Deutschland ist Mittel⸗ und Süddeutschland wegen der örtlichen Verhältnisse dem Kanalbau sehr ungünstig. In Norddeutschland sind zu nennen der aus dem 14. Jahrh. stammende Steckenitzkanal, aus dem 17. Jahrh. der 24 km lange Friedrich-Wilhelmskanal zwischen Spree und Oder und der Finowkanal zwischen Oder und Havel mit 45 km Länge und 15 Schleusen. Außer dem Bau des Plauenschen Kanals zwischen Havel und Elbe, wurden unter Friedrich d. Gr. Elbe, Oder und Weichsel miteinander verbunden. Im J. 1785 wurde der auch für kleinere Seeschiffe verwendbare Schleswig-Holsteinsche Kanal beendet. Diesem Jahrhundert gehören an, der Main-Donaukanal (Ludwigskanal), 141 km lang und 87 Schleusen; der Elbing-Oberländische Kanal, 175 km lang; der König-Wilhelmkanal, 51 kmnlang zwischen der Stadt Memel und dem Memelfluß, eine Reihe von Kanälen im Havelgebiet und endlich der 74 km lange Ems-Jadekanal zwischen Emden und Wilhelmshaven. Mit der Gewinnung von Elsaß-Lothringen fielen der Saarkohlenkanal, sowie auch Teile des Rhein-Marne⸗ und Rhein-Rhönekanals an Deutschland. Als großartigste unter die maritimen Schifffahrtskanäle gehörige Werke sind aus neuester Zeit zu nennen der Suezkanal (s. d.) und die allerdings noch nicht vollendeten Kanäle durch den Isthmus von Korinth und die Landenge von Panama, sowie der projektierte und bereits vom Deutschen Reichs-⸗ tag bewilligte Nord-Ostseekanal.