FeedSchimmelpenninck (Rütger Jan)
GeschichteBrockhaus 1882

Schimmelpenninck (Rütger Jan), niederländ. Staatsmann, geb. zu Deventer 30. Okt. 1765, studierte in Leiden die Rechte, wurde Advokat zu Amsterdam und gehörte bei den Unruhen 1785—87 zu denen, die eine Anderung in der Verwaltung wünschten und auf ein Repräsentativsystem drangen. Beim Ausbruche der Revolution, nach Pichegrus Einrücken, wurde er Mitglied der ersten amster⸗⸗ damer Stadtmagistratur, dann der batavischen Nationalversammlung und 1798 Gesandter in Paris. Nach dem Frieden von Amiens, dessen Unterhandlungen er als Gesandter der Batavischen Republik beiwohnte, wurde er Gesandter am engl. Hofe. Bei dem Ausbruche des Kriegs von 1803 versuchte er die Neutralität Hollands zu behaupten und zog sich, als ihm dies der Erste Konsul nicht zugestehen wollte, ganz von den Staatsgeschäften zurück. Ein Schreiben Bonapartes und die Wünsche des Vaterlandes riefen ihn aber bald zu den öffentlichen Geschäften zurück. Er ging von neuem als Gesandter nach Paris und gewann hier Bonapartes Vertrauen, der ihn auch im März 1805 als Ratspensionär an die Spitze der Regierung stellte. Seine Stellung benutzte er zur Ausführung vieler guter Einrichtungen, besonders auf dem Gebiete der Finanzen. Da er aber 1806 fast ganz erblindete, schlug Napoleon I. seinen Bruder Ludwig als König vor. Nach der Vereinigung Hollands mit Frankreich wurde S. von Napoleon zum Grafen und Senator ernannt. tach des Kaisers Abdankung zog sich S. auf seine Güter zurück; doch wurde er bei der Bildung des Königreichs der Niederlande vom Könige zum Mitgliede der Ersten Kammer ernannt. Er starb zu Amsterdam 25. März 1825.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 361Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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