FeedSarmaten
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Sarmaten, bei den Griechen Sauromaten genannt, erscheinen zuerst bei Herodot und Hippokrates als einzelnes Volk sog. skythischen Stammes, damals noch östlich vom Don. Später überschritten sie den Don, bedrängten seit Alexanders d. Gr. Zeit die skythischen Skoloten und die griech. Kolonien im Norden des Schwarzen Meers und wurden dann dem Mithradates d. Gr. von Pontus unterthänig. Nach der Überwältigung der Skoloten wird der Name der Skythen durch den ihrigen im Westen (d. h. in einem großen Teile des heutigen europ. Rußland und Polens) verdrängt und auf die asiat. Völker (nach der Meinung der Alten ihnen) gleichen Stammes beschränkt. S. schweiften zu des Augustus Zeit bis an die Donaumündungen, und zwischen diesen und dem Don wohnte nachher der eine ihrer Hauptstämme, die Roxolanen, die 69 und 70 n. Chr. aus Mösien, dann durch Hadrian 117/118 aus Dakien, wo sie eingefallen waren, vertrieben wurden und deren Name endlich im 5. Jahrh. unter den Goten und Hunnen zurücktritt; doch werden sie bei Cedrenus noch im 11. Jahrh. erwähnt. Ein anderer sarmatischer Stamm, die Jazygen, ging vom Schwarzen Meer her durch die Karpaten und breitete sich in der ersten Hälfte des 1. Jahrh. n. Chr. zwischen der Donau und Theiß aus. Mit ihren westl. Nachbarn, den german. Quaden, verbunden, kämpften sie gegen Domitian und Marc Aurel und später, und verwüsteten wiederholt das benachbarte röm. Pannonien. Für diese Fazygen wendeten die Römer vorzugsweise den Namen S., selbst im Gegensatz gegen die Roxolanen an, und späterhin schwindet der Name Jazygen gegen den der S. Wiederum aber werden unter den letztern sehr häufig in weiterm Umfange nicht bloß die eigentlichen S., sondern auch Völker andern Stammes begriffen, welche nördlich von ihnen das Flachland bewohnten, wie denn Ptolemäos den Namen Sarmatien, das sich als europäisches bei ihm von Germanien und Dakien bis zum Don, als asiatisches von da bis — Wolga erstreckt, im Norden bis zum Baltischen Meere ausdehnt. Nachdem die Vandalen das linke Donau-Ufer verlassen hatten, wurden die jazygischen S. die alleinigen Herren im Theißgebiet zwischen den Quaden im Westen und den Westgoten im Südosten. Nach der Niederlage der Hunnen, von denen auch die S. unterworfen waren, erhielt ein Teil Sitze in Illyrien, die andern verbündeten sich 470 mit Sueven und Scyren gegen die Ostgoten, wurden aber nachher von Theodorich geschlagen. Dann werden sie noch mit den Gepiden 488 und später unter den Scharen, die sich den Longobarden anschlossen, genannt. Die Zurückgebliebenen verschwinden unter den Avaren, und die spätern kumanischen Jazygen stehen mit ihnen in keiner Verbindung. Die „führten eine nomadische Lebensweise, waren räuberisch und kriegerisch, vortreffliche Reiter und Bogenschützen. Wahrscheinlich gehörten sie der medo-pers. Völkergruppe an. Ausläufer vieler Pflanzen, z. B. der Erdbeere.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 243Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sagen & Mythen 6