Schlangengift, eine farblose, oder schwach gelbliche, klebrige, geruch-und geschmacklose Flüssigkeit, welche in den Speicheldrüsen der Giftschlangen (s. unter Schlangen) abgesondert wird und sehr bald nach dem Biß der Schlange bei dem verletzten Individuum heftige örtliche Symptome (lintensive stechende Schmerzen, dunkelbläuliche Rötung und Anschwellung der wunden Stelle u. dgl.), sowie mehr oder minder schwere 4 „ Vergiftungserscheinungen, wie Schwindel, Frostgefühl, Atemnot, Muskelzittern und Krämpfe, Betäubung, selbst plötzlichen Tod zur Folge hat. über die chem. Zusammensetzung des S. ist noch wenig bekannt; mit größter Wahrscheinlichkeit beruht es auf kleinsten organisierten Fermentorganismen, welche eine rasche Zersetzung des Blutes und damit den tödlichen Ausgang veranlassen. Es wirkt übrigens nur dann giftig, wenn es durch eine Verletzung mit dem Blutstrom in unmittelbare Berührung kommt; wogegen es, in den Magen verschluckt, sich vollkommen unschädlich erweist. Bei der Behandlung von Schlangenbissen kommt es vor allem darauf an, den Eintritt des S. in den Blutstrom zu verhindern. Man umschnüre deshalb schleunigst das verletzte Glied oberhalb der Wunde mit einem elastischen Gurt oder mit einem Tuch oder Strick, welcher mit einem Knebel fest zusammengedreht wird, und suche dann erst das Gift aus der Wunde zu entfernen durch Aussaugen (vorausgesetzt, daß die Lippen nicht wund sind) oder durch Ausbrennen (vermittelst einer glühenden Kohle, eines heißen Messers u. dgl.) oder durch Ausätzung (Atzkali, Carbolsäure). Als t örtliches Gegenmittel eignet sich auch vortrefflich der Salmiakgeist. Als wirksamstes Gegengift empfiehlt neuerdings Professor de Lacerda in Rio de Janeiro das übermangansaure Kali urz einprozentige filtrierte Lösung wiederholt in kurzen Zwischenräumen in der Umgebung der Bißwunde unter die Haut eingespritzt). Sind bereits allgemeine Vergiftungserscheinungen eingetreten, so ist durch den reichlichen Genuß von Spirituosen (heißem Grog, starkem Wein) der drohenden Herzschwäche möglichst entgegenzuwirken. Ketechenarrnttaer⸗ (Plotus) nennt man ein Geschlecht scharbenartiger Vögel mit kleinem nacktwangigem Kopfe, spitzem geraden Schnabel, sehr langem und dünnem Halse, langem, zwölffederigem Schwanz. Die vier Arten bewohnen die süßen Gewässer der warmen Teile der Alten und Neuen Welt und tauchen sehr geschickt nach Fischen.