FeedSchlegel (Joh. Elias)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schlegel (Joh. Elias), deutscher Dichter aus den Zeiten des Aufschwungs der deutschen Litteratur, der ältere Bruder des vorigen, geb. 28. Jan. 1718 zu Meißen, verfaßte schon in Schulpforta die später umgearbeiteten Trauerspiele: «Die Trojanerinnenv, (Orest und Pyladeso und „Didov. In Leipzig, wo er seit 1739 die Rechte studierte, wurde er mit Gottsched bekannt, folgte 1743 als Privatsekretär dem sächs. Gesandten von Spener, seinem Verwandten, nach Kopenhagen, nahm später an den „Bremischen Beiträgen thätigen Anteil und gab auch selbst in deutscher Sprache eine Wochenschrift: (Der Fremdey, heraus. Für das dän. Theater arbeitete er einige Lustspiele aus, welche nach seiner Handschrift ins Dänische übersetzt wurden. Im J. 1748 wurde er außerord. Professor an der neuerrichteten Ritterakademie zu Soröe, wo er aber schon 13. Aug. 1749 starb. S. ist der erste nennenswerthe deutsche dramatische Schriftsteller des 18. Jahrh. Seine dramatischen Arbeiten, obwohl noch nicht frei von dem Einflusse der franz. Dramaturgie und der Gottschedschen Schule, sind doch schätzbare Denkmale des Aufblühens der dramatischen Litteratur. Für seine besten Trauerspiele gelten Hermann und Kanuts, in Alexandrinern geschrieben. Auch seine Lustspiele, der Triumph der guten Fraueno, in Prosa, und die in Alexandrinern geschriebene eStumme Schönheito fanden den Beifall Mendelssohns und Lessings. Von geringerm Interesse sind seine übrigen Gedichte, poetischen Episteln u. s. w. Seine Werke gab sein Bruder Johann Heinrich S. (5 Bde., Kopenh. u. Lpz. 1761—70) heraus. „Schlegel (Joh. Heinr.), dän. Geschichtschreiber, jüngerer Bruder der beiden T. geb. zu Meißen 1726, studierte in Leipzig die Rechtswissenschaften und kam als Sekretär der dän. Kanzlei nach Kopenhagen, wo er dann Professor der Geschichte, königl. Historiograph und Justizrat wurde und 18.Okt. 1780 starb. Er hat mehrere Schauspiele von Thomson und andern engl. Dramatikern glücklich ins Deutsche übersetzt. Außer andern, die dän. Geschichte betreffenden Werken hat er auch eine „Geschichte der dän. Könige aus dem oldenb. Stammey (2 Bde., Kopenh. u. Lpz. 1769—77) geschrieben und die Ausgabe der Werke seines Bruders Johann Elias S. besorgt. Johann Friedrich Wilhelm S., Sohn des vorigen, geb. zu Kopenhagen 4. Okt. 1765, wurde daselbst 1800 ord. Professor der Rechte und zog sich 1834 auf seinen Landsitz Stötteröd bei Kopenhagen zurück, wo er 19. Juli 1836 starb. Von seinen Schriften, meist in dän. Sprache, sind zu erwähnen: «Naturrechto (Kopenh. 1798; 2. Aufl. 1805), „Staatsrecht des Königreichs Dänemark und der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburgo (deutsch, Schlesw. 1829) und die kritische Ausgabe der «Grägäsp (Kopenh. 1830). Schlegel (Luise), Opernsängerin, die Gattin von Hans Köster (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 380Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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