Schmieden (frz. forger, engl. forging), eine der ältesten Bearbeitungsmethoden zur Formgebung dehnbarer Metalle, besonders von Eisen (Schmiedeeisen) und Stahl, aber auch des Kupfers (s. Kupferschmiedearbeit), des Goldes ( Goldschmiedekunst), des Silbers u. s. w. Dasselbe besteht im wesentlichen in der Anwendung des Hammers, durch dessen wohlangebrachte Schläge dem Metall fast jede beliebige Gestalt gegeben werden kann. Das Arbeitsstück liegt hierbei auf dem Amboß und wird meist mittels einer Zange in der erforderlichen Lage festgehalten; sehr große Schmiedestücke werden mit Hilfe von Kranen regiert. Außerdem braucht der Schmied zahlreiche Hilfswerkzeuge, um Löcher, Einschnitte, scharfgeformte Ansätze, Biegungen u. s. w. zu erzeugen; für künstlichere Formen bedient man sich der Gesenke (s. d.). Eisen und Stahl müssen beim S. glühend sein, weshalb das Schmiedefeuer ein wesentlicher Bestandteil jeder Schmiede ist. Zum eigentlichen S. wird fast regelmäßig helle Rotglühhitze angewendet, während zum Schweißen starke Weißglut, auf Stahl wenigstens die stärkste Rotglut erforderlich ist. Zum S. sehr großer Gegenstände bedient man sich statt der Handhämmer (s. Hammer) schwerer, durch Wasser-oder häufiger Dampfkraft getriebener Hämmer (s. Schwanzhammer und Dampfhammer), welche aber auch die Ausführung kleinerer Schmiedearbeiten ungemein beschleunigen. Für letztere, z. B. zur Herstellung von Schraubenbolzen, benutzt man auch eine Schmiedemaschine, welche aus äußerst rasch durch Excenterbewegung aufgehobenen und niedergestoßenen Stempeln besteht. Für die fabrikmäßige Herstellung sehr großer Schmiedestücke, z. B. Lokomotivenbestandteile, ist eine modifizierte Form der hydraulischen Presse in Gebrauch gekommen. Die wichtigsten Verfahrungsarten beim S. sind: 1 Das Strecken in Länge und Breite, durch welches das Metallstück zugleich dünner wird und welches hauptsächlich mit der Pinne des Hammers geschieht, während die Bahn zum Ebnen und Ausgleichen der durch die Pinne gemachten Eindrücke dient. 2) Das Stauchen, eine Behandlungsweise des Eisens, durch welche dasselbe in seiner Längenrichtung zusammengedrückt wird, wobei es entsprechend an Dicke zunimmt; zu diesem Zwecke schlägt man auf das Eisen in seiner Längenrichtung oder stößt dasselbe gegen den Amboß. 3) Das Biegen, das mit Benutzung des Amboßhorns (s. unter Amboß) oder eines in der Hand gehaltenen Dorns vorgenommen wird, indem man das Eisen mit Hammerschlägen umklopft. 4) Das Ansetzen, welches darin besteht, daß man einen Teil eines Schmiedestücks von einem andern vorspringen läßt, wozu man das Eisen einkerbt und das halb abgetrennte Stück nach der Seite hin ausschmiedet. 5) Das Ausdornen oder Durchschlagen, das mit einem Dorn oder Durchschlag und einem Lochring ausgeführt wird, indem man das Eisen auf letztern legt und den Dorn mit Hammerschlägen hindurchtreibt. 6) das Abhauen oder Abschroten, durch welches man Teile vom Eisen mittels meißelförmiger Werkzeuge hinwegnimmt, wobei man entweder dieselben in den Amboß steckt, auf sie das Eisen legt und auf dieses schlägt, oder das Werkzeug auf das Eisen setzt und jenes mit Hammerschlägen eintreibt. 7) Das S. in Gesenken, das den mit dem Hammer schon einigermaßen bearbeiteten Schmiedestücken eine vollendete Form gibt. (S. Gesenk.) 8) Das Schweißen, d. h. die Verbindung zweier oder mehrerer Eisen-oder Stahlstücke zu einem Ganzen. Die Gegenstände werden hierzu bis zur Weißglut erhitzt, wobei auf der Oberfläche durch das Schweißpulver (trockener Lehm, feiner Sand, Glas oder Borax) eine schützende Hülle gebildet wird, unter welcher eine reine, nicht oxydierte Metallfläche bleibt. Die schweißwarmen Stücke werden aus dem Feuer genommen, in geeigneter Weise aufeinandergelegt und durch schwache Hammerschläge vereinigt.