Schueckenlinie, s. Spirale. Schneckenmessung, s. Helikometrie. Schneckenrad, eine Art Schöpfrad (s. d.); außerdem soviel wie Schraubenrad (s. d.). Schnede, soviel wie Grenze (s. d.). Schnee, eine aus feinen Eiskrystallen bestehende Form atmosphärischer Niederschläge. Wenn die erdichtung der Wasserdämpfe bei einer unter dem Gefrierpunkt liegenden Temperatur vor sich geht, so nimmt der Niederschlag die Gestalt feinen Eises an und bildet gewöhnlich Figuren, welche aus feinen sechsseitigen Säulchen oder andern hexagonalen Krystallen zusammengesetzt sind und die sich dann wiederum zu Formen aus diesem System gruppieren. Fällt der Niederschlag zur Erde, so nennt man denselben S. Wenn der S. bei ruhiger Luft fällt, zeigen sich oft überraschend schöne Krystallformen, auf welche schon Kepler aufmerksam machte. Eine sehr mannigfaltige Zusammenstellung über die Form der Schneeflocken hat Scoresby infolge seiner Polarreisen in dem Werke «Reise auf den Walfischfango gegeben. Die regelmäßigsten For-l men entstehen bei geringem Wasserdampfgehalt der t Luft und bei Windstille. Dabei ist merkwürdig, daß sich die Gestalt der Flocken gewöhnlich bei kurzen Unterbrechungen des Schneefalls ändert. Einige d charakteristische Formen der Schneekrystalle zeigen die nachstehenden Figuren. Die Verteilung des S. auf der Erde steht natürlich in innigem Zusammenhang mit den Jahresisothermen, aber in der Weise, daß die stärksten Schneefälle nicht in der kältesten, sondern in der gemäßigten Zone vorkommen, da bei sehr niedrigen Temperaturen nur so wenig Wasserdampf in der Luft sein kann, daß häufiger und intensiver Schneefall nicht möglich ist, so hat man bei Temperaturen unter —25 C. wohl kaum noch Schnee niederfallen sehen. Ebenso wie an den Polen Schnee und Eis zu keiner Jahreszeit verschwinden, so gelangt man auch bei senkrechter Erhebung über den Meeresspiegel zu Regionen, welche eine so niedrige Temperatur besitzen, daß auch dort der Schnee nie ganz schmilzt, diese Regionen nennt man Schneeregionen und ihre Grenze nach unten zu die Schneegrenze. Die Höhe dieser Schneegrenze ist an verschiedenen Orten der Erde natürlich eine sehr verschiedene, während sie an den Polen fast zum Meeresspiegel herabgeht, steigt sie unter dem Aquator bis zu bedeutender Höhe. Nachstehende Zusammenstellung gibt darüber einen kurzen Überblick. Anden von Quito 0⁰ 4800 41C. Kilima Nöscharo 36 südl. etwa 4800 Gebirge in Abessinien 13 nördl. 4300 Westl. Cordilleren Oimalaja(tibetan. v 27—34 nördl. 5670 —2.8 C. Küstencordilleren von Chile 42% südl. 1832 teilung) Ostseite 37²⁰ Mittel⸗ u. Westalpen 465 nördl. 2700 —2.8 C. Tiroler Alpen 47⁰ nördl. 2820 —3.8 C. Magellansstraße 53° nördl. 11⁰⁰ Südgeorgien 54% südl. 500⁰ Norwegen 60—62° nördl. 16—1700 — 4.5 C. Nowaja Semlja 731½% nördl. 600 —11.02 C. Spitzbergen 77⁵ nördl. 460 —10.0 C. Bis zum Meeresspiegel herab steigt die Schneegrenze in uns bekannten Gebieten nirgends; denn Nordenskiöld hat bei einer Jahrestemperatur von —16²' noch Berge von über 400 m im Hochsommer schneefrei gesehen. Daß der oberhalb der Schneegrenze niederfallende S. aber nicht ewig dort liegen bleibt, wie man nach dem Sprachgebrauch vermuten könnte, geht schon daraus hervor, daß dessen Mächtigkeit gar nicht übermäßig groß ist. Der Sonnenschein bewirkt ein oberflächliches Tauen dieses S.; das Schmelzwasser durchdringt die darunterliegenden Schichten und bei dem nunmehrigen Zusammenfrieren entsteht eine Eismasse von eigentümlicher Struktur und Plasticität, das Gletschereis (s. Gletscher), welches sich dann in den Bergthälern herunterschiebt und am untern Ende beständig abschmilzt. Ein anderer Teil wird durch Lawinen (s. d.) zu Thale gefördert. Auf die Vegetation hat der S. einen sehr wohlthätigen Einfluß, da eine gute Schneedecke vermöge ihres schlechten Wärmeleitungsvermögens einen vortrefflichen Schutz für die darunter keimenden und sprossenden Gewächse abgibt.