Niederschlag, m. (Chem.), franz. précipité, m., engl. precipitate, das, was sich aus einer Flüssigkeit von selbst ELBERG O Universitätsbibliothe oder bei Zusatz von einer andern Flüssigkeit 2c. in fester Form abscheidet. — 2. Atmosphärische Niederschläge sind alle als Regen, Schnee, Nebel, Thau etc. auf die Erde fallenden Wassermengen. Ihre Beobachtung und Feststellung in jährlicher, monatlicher etc. Menge (durch meteorologische Stationen) kann, dafern sonstige Faktoren fehlen, wenigstens für die angenäherte Bestimmung der Wassermenge eines Flusses, einer Hochflut re. von Werth sein; nicht minder für Wahl der Querprofile von Entwässerungskanälen und für Bestimmung eines mittleren Quantums für Triebwerke. Ueber die Ermittelung der „Wassermenge“ s. das. das Nähere. Von den jährlich fallenden Niederschlägen kommen nach den neueren Ergebnissen in Deutschland im Mittel: 22,% auf den Frühling, 36,% auf den Sommer, 23,5% auf den Herbst, 18,/% auf den Winter. Der Einfluß der Lage eines Ortes über dem Meeresspiegel giebt sich dadurch zu erkennen, daß die Regenmengen bis zu einer Höhe von 600 Pariser Fuß (die betr. Beobachtungen werden immer nach diesem Maß gerechnet) nicht sehr verschieden sind, bei größeren Höhen stark zunehmen. Es beträgt bei Meereshöhe in Pariser Fuß. Jährliche Regenhöhe in Pariser Zoll. 201 „ 400 21½ 401 „ 600 19f5 601 „ 800 23,½8 801 „ 1000 25,)0 1001 „ 1500 20,48 1501 „ 2000 29.23 2001 „ 2500 35, 2501 „ 3000 44, 3001 „ 5012 39, Die Regenmenge steht jedoch nicht unmittelbar! in direktem Verhältnis zur Höhe des Ortes. Andere Umstände, wie Bodenbeschaffenheit, wirken gleichzeitig mit ein. Nach v. Möllendorfs Zus n ergiebt sich für: 1. Granit und Syenit 7 179⁵ 3. Glimmerschiefer 2106 30,63 4. Quarz-Porphhr 1 307⁷ 19,53 b) Normale Felsgebilde: 1. Grauwacke u. Thonschiefer 13 ů64 20f8 2. Steinkohlengrupppe. 1 876 3. Rothliegendes. 2 928 1850 4. Bunter Sandstein 3 1236 31/%6 8. Oolith 1929 9. Quader-Sandstein * 446 29725 10. Kreide 6 976 35½25 11. Mittlere Tertiärschicht 6 15⁴⁸ 33,71 13. Diluvium 8 Alluvium 41 41⁰ 2875 Je nach der Beschaffenheit des Bodens gelangen von der mittleren Jahresregenhöhe (in Deutschland 262 Zoll) zur Verdunstung im Mittel: 13,3/5; zum Abfluß: 47,3/. So ist z. B. bei drainirtem Thonboden in Tharand die Verdunstung 17,%,„ Abfluß 40,5%; desgleichen bei Moholz: Verdunstung 15,%/, Abfluß 41,/ Lehmboden bei Görlitz: Verdunstung 14,,%%,„ Abfluß 41,% : desgl. drainirt in Tharand: Verdunstung 11½, Abfluß 5675 desgl. bei Moholz: Verdunstung 12,%/5, Abfluß 52,0 Lehmiger Sandboden (bei Görlitz) Dedden 14,6%,„ Abfluß 40,/. Als Jahresdurchschnitt können gelten für den Abfluß: liglit / mothes 18835d3 /0446 Für Studien behufs hydrotechnischer Arbeiten sind jedoch statt der Jahresdurchschnitte, vielmehr je nach Art des zu projektirenden Objektes, auch die Regenmengen von Monaten, Wochen, Tagen, sogar Stunden zu beachten. Um z. B. die Menge einer großen Hochflut annähernd zu bestimmen, wie dieselben bes. im Gebirge durch halb⸗ oder eintägige Gewitter, sogar nur durch stundenlange tropische Regengüsse nicht selten entstehen, ziehe man die in diesen kurzen Zeiträumen beobachteten Regenhöhen in Betracht, also die höchste Leistung der Atmosphäre binnen kurzer Zeit. Stets aber müssen frühere Angaben über Regenmengen heute mit Vorsicht behandelt werden, da sie meist viel zu geringe Resultate liefern. Man nahm z. B. an, daß die jährliche Regenmenge für Deutschland ca. 22 Zoll betrage, während nach der beträchtlichen Vermehrung meteorologischer Stationen sich gegenwärtig — wie erwähnt — 26, Zoll ergeben. Ferner, daß nur ½/ zum Abfluß gelange, während jetzt der Durchschnittswerth für Deutschland mit 47,% ermittelt worden ist. Während ferner Einige auf die geographische Meile ca. 25 bis 28 Cbm. größte Wassermenge pro Sekunde rechneten, ergiebt sich bei zehnjährigem Durchschnitt der von Station Zittau beobachteten Maximalregenhöhen für das Mandau-Sammelgebiet ein Quantum von ca. 45 cbm. pro Sekunde und Meile. Für spezielle Fälle muß der Techniker sich zugleich an die Resultate der in nächster Nähe befindlichen meteorologischen Station halten oder, wenn eine solche nicht vorhanden, die entsprechenden Faktoren solcher anderen Gegenden zu Grunde legen, welche mit der fraglichen nach Formation, Bodenbeschaffenheit etc. Aehnlichkeit haben. Bei der Manchfaltigkeit der betr. Umstände werden die Resultate stets nur angenähert sein. (v. N.