Schnecken (Cochléae) heißen im weitern Sinne alle mit einem einschaligen gewundenen Kalkgehäuse versehenen Weichtiere oder Mollusken (s. d.). Im gemeinen Leben aber bezeichnet man mit diesem Namen drei verschiedene Gattungen der Landschnecken, nämlich die Waldschnecken (Arion) und die Wegschnecken (Limax), welche beide des kalkigen Gehäuses entbehren, langgestreckt, mit einer runzeligen, schleimigen Haut bekleidet und mit vier herausstreckbaren Fühlern versehen sind, und die Gartenschnecken oder Schnirkelschnecken (Helix), welche ein gewundenes Kalkgehäuse ohne Kielrand der Windungen und ebenfalls vier rundliche Fühler besitzen. Bei den Waldschnecken enthält das Rückenschild nur Kalkkörner und das Atmungsloch liegt vor der Mitte des Schildes. Sie leben an feuchten Orten, in Wäldern und Gärten, unter abgefallenem Laube, unter Steinen, Baumrinden und in Felsenspalten und nähren sich von Pflanzenstoffen. Bei den Wegschnecken deckt das Rückenschild eine äußerst dünne Kalkschale (z. B. von der Ackerschnecke, Tafel: Mollusken, Fig. 8 a) und das Atmungsloch liegt hinter der Mitte des Schildes. Die Arten dieser Gattung verheeren in nassen Jahren Gärten und Felder bedeutend, man ist deshalb sehr auf ihre Vertilgung bedacht. Das Hinstreuen von Sand, Asche und Sägespänen ist am meisten geeignet, diese Tiere abzuhalten. Am Tage verbergen sie sich in Erdlöchern und kommen erst des Nachts hervor. Besonders ist bei uns die weißlichgraue, 2,6 em lange Ackerwegschnecke oder Ackerschnecke (L. agrestis, Fig. 8) in Gärten und Feldern schädlich. Durch ihre Größe zeichnet sich unter den einheimischen die lange Wegschnecke (I. antiquorum) aus, indem sie 13 em lang wird. Die Gartenschnecken oder Schnirkelschnecken, welche eine äußerst artenreiche Gattung ausmachen, nähren sich ebenfalls hauptsächlich von Pflanzen, zuweilen auch von faulem Fleische. Sie zeichnen sich durch Lebenszähigkeit und das Vermögen, verloren gegangene Teile wieder zu ersetzen, aus und lieben Kühle und Feuchtigkeit, können aber auch anhaltende Dürre aushalten, indem sie die Schalenmündung durch einen schnell verhärtenden Schleim schließen. Manche schließen auch durch solche oft sehr feste Deckel ihre Gehäuse während der Überwinterung. Die Arten sind bald nur wenige Linien breit, bald 35 em im Durchmesser, wie die gemeine Weinbergsschnecke (Helix pomatia), und öfters durch schöne Färbung des Gehäuses ausgezeichnet. Mannigfachen Abänderungen in der Färbung des Gehäuses sind besonders die Gartenschnirkelschnecke (H. hortensis) und die Hainschnirkelschnecke (H. nemoralis, Fig. 11) unterworfen. Einige Arten dienen als Fastenspeise, wie die südl. Weinbergsschnecke (H. adspersa) und in Süddeutschland die gemeine beionder Ber „Schon die Römer pflegten sie in besondern Vorrichtungen zu erziehen und zu mästen. Vgl. Pfeiffer, Monographia heliceorum