Schueller (Jul. Franz Borgias), Geschichtsforscher und Geschichtschreiber, geb. zu Straßburg 1777, studierte Mathematik zu Freiburg, wo sein Vater Professor der Rechte war. Als Moreau über den Rhein zu gehen drohte, wirkte S. eifrig für das Aufgebot des Landsturms in Hauenstein. Er zog auch mit den Studierenden in Freiburg gegen den Feind und wohnte 1796 dem Gefecht bei Wagenstatt bei. Hierauf begab er sich nach Wien, erhielt später den Lehrstuhl der Geschichte zu Linz und 1806 den zu Graz. Hier schrieb er nun eine Reihe trefflicher Werke: die «Weltgeschichtey (4 Bde., Graz 1810—12), „Böhmens Schicksale und Thatkraft vor dem Verein mit Ungarn, Ssterreich und Steiermarke» (Graz 1817), dem sich entsprechende Werke über Ungarn, Osterreich und Steiermark anschlossen. Im J. 1823 wurde er Professor der Philosophie zu Freiburg. Er starb daselbst 15. Mai 1833. Unter seinen Schriften sind noch zu erwähnen ein didaktisches Gedicht: «Weiblichkeit, ein Sonettenkranzo (2. Aufl., Wien 1822), die Satire «Sündenbabel und Krähwinkele, die er unter dem Namen Julius Velox herausgab; «Geschichte der Menschheit. (Dresd. 1828), Der Mensch und die Geschichtey (Dresd. 1828), «Osterreichs Einfluß auf Deutschland und CEuropas (2 Bde., Stuttg. 1828). Seine «Hinterlassenen Werke» gab E. Münch heraus (6 Bde., Lpz. u. Stuttg. 1834—42). Sein Stiefsohn war Graf Anton von Prokesch-Osten (s. d.). Schnellfliegen, soviel wie Mordfliegen. Schnellfluß (Beaumés), s. Fluß.