Ayrer (Jak.), nächst Hans Sachs der fruchtbarste und bedeutendste dramatische Dichter Deutschlands im 16. Jahrh., war wahrscheinlich aus Franken gebürtig und kam als armer Knabe nach Nürnberg, wo er in einem Eisenkram diente und später selbst einen solchen mit geringen Mitteln gründete. Er wurde dann in Bamberg Gerichtsschreiber und „ und Stadtgerichtsprokurator. Des evang. ekenntnisses wegen kehrte er nach Nürnberg zurück, wo er 1594 vom Rate das Bürgerrecht und das Amt eines Gerichtsprokurators erhielt. Er war auch alhch; Notar und starb 26. März 1605. Ats dramatische Dichtungen sind bei seinen Lebeiten nicht benene worden, erst seine Erben und eunde haben einen Teil derselben unter dem Titel Opus theatricum, 30 ausbündige schöne Comedien und Tragedien, samt Faß andern 36 schönen lustigen und kurzweiligen Faßnacht⸗ oder Posenspielend (Nürnb. 1618) veröffentlicht. Drei in em «(Opus theatricumo nicht gedruckte Dramen sind händschriftlich erhalten und von A. von Keller in seine neue Ausgabe von «A.s Drameno (Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart, Bd. 76—80, Stuttg. 1865) mit aufgenommen worden. An Witz Gemüt, Gewandtheit der Sprache steht A. dem Hans Sachs nach, dagegen ist er ihm an Kunst der Charakteristik und der dramatischen Entwickelung einigermaßen überlegen. Mehrere Stücke A.s sind Bearbeitungen engl. Stücke. Engl. Ein⸗ — zeigt sich besonders auch in seinen Narren und in der Form der unter seinen Fastnachtsspielen mitbegriffenen neun Singspiele, der ersten in deutscher Sprache. Außer seinen dramatischen Dichtungen 05 A. eine gereimte Übersetzung der Psalmen 1574) und eine bis zum J. 1599 reichende Reimchronik der Stadt und des Stiftes Bamberg — ausg. von Heller, Bamb. 1838) handschriftlich hinterlassen. Vgl. Tieck, «Deutsches „Mathr (Bd. 1, Berl. 1817); Schmitt, Jakob A.» (Marburg 1851) und Tittmann, «Schauspiele aus dem 16. Jahrh.v (Tl. 2, Lpz. 1868). ö