Schnupfen (coryza) heißt die Entzündung, der Katarrh (s. d.) der Nasenschleimhaut. Diese ist dabei entweder trocken, aber verschwollen (Stockschnupfen), oder sondert sogleich einen dünnen, scharfen Schleim ab (Fließschnupfen), welcher nach längerer oder kürzerer Zeit, meist nach zwei bis drei Tagen, dicker und milder wird. Damit verbinden sich öfters: Niesen, Gefühle von Spannung oder Prickeln in der Nase, Nasenbluten, Kopfschmerzen, Thränen der Augen, Störung des Geruchs- und Geschmackssinns, veränderte Sprache, bei schwächlichen Personen auch mehr oder minder heftige Fiebererscheinungen (Schnupfenfieber, Katarrhalfieber). Der S. entsteht meist durch plötzlichen Temperaturwechsel, bei schnellem Übergang von kalt zu warm oder umgekehrt, und herrscht deshalb im Winter und Frühjahr; aber auch durch scharfe, in die Nase gelangte Einatmungen oder Flüssigkeiten u. s. w. Er tritt auch als Teilerscheinung gewisser Infektionskrankheiten (Masern, Grippe) auf. Der gewöhnliche S. ist eine leicht heilbare Krankheit. Man muß dabei den schnellen Wechsel der Temperatur, besonders Zugluft vermeiden, die Füße warm halten und eine regelmäßige Diät beobachten. Mitunter gelingt es, einen ausbrechenden S. durch ein russ. Dampfbad oder durch wiederholte Einatmung des Hager--Brandschen Schnupfenmittels (bestehend aus Carbolsäure, Spiritus und Salmiakgeist) zu coupieren; neuerdings werden zu diesem Zwecke auch Schnupfpulver aus Menthol oder Cocain dringend empfohlen. Bei Säuglingen gehört ein S. schon zu den bedeutendern Krankheiten und, wenn er monatelang dauert, sogar zu den Zeichen angeborener Lustseuche. Stockschnupfen kann auch durch Verstopfen der Nasengänge durch Schleimhautwucherungen (sog. Polypen) entstehen und erfordert dann eine zweckmäßige chirurgische Behandlung, namentlich häufige Ausspülungen der Nasenhöhle vermittelst der Nasendouche, die Anwendung adstringierender Schnupfpulver und zeitweiliges Touchieren der gewulsteten Nasenschleimhaut mit Höllenstein oder dem galvanokaustischen Brenner. [s. unter Tabak.